1 Jahr Home Office


Am 13.3.2020 bin ich ins Home Office gewechselt. Nicht freiwillig. An diesem Tag erfuhr ich, dass ich am Tag zuvor mit einer Kollegin Bahn gefahren war, die am nächsten Tag starke Corona-Symptome hatte (ihr Test war später negativ). Sie hatte Kontakt zu mehreren Team-Mitgliedern. Es war Freitag der 13., an dem ich das ganze anwesende Team nach Hause schicken musste und zum Teil in Angst und Schrecken versetzte. Denn, wo einen Test herbekommen, wenn die 116117 dauerbesetzt ist? An diesem Tag ging alles darum, mit wem die Kollegin Kontakt hatte, welche Wege sie im Büro gegangen war, und in welchen Räumen sie länger verweilte. Sofort ging ein bereits definierter Prozess los. Doch für das, was folgte, gab es noch keinen Prozess.

Ich war stets ein Freund von Home Office und hatte bereits zuvor mindestens einen Tag pro Woche, wenn nicht sogar zwei, von zuhause gearbeitet. Das Pendeln war dabei mein geringstes Problem, ich kann zu Fuß ins Büro gehen. Aber zuhause habe ich eine GigaBit-Leitung, meistens mehr Ruhe und Möglichkeit zur Konzentration, und außerdem die Flexibilität, meine Pause an der Elbe zu verbringen. Viele meiner Interaktionen sind eh Videokonferenzen mit Kollegen in anderen Ländern. Für die ersten Woche war es daher erst einmal überhaupt kein Problem, die ganze Zeit im Home Office zu verbringen. Halt so, als ob man eine Woche lang sein Lieblingsgericht zu essen bekommt.

Auf die eine Woche folgte eine zweite. Die war auch gut, vielleicht, dachte ich insgeheim, könnte es ja sogar erst mal so bleiben, um auf Nummer sicher zu gehen. Auch wenn es dann nervte, dass die Regale leergefegt waren und der Speiseplan dementsprechend limitiert wurde. Und dann eine dritte Woche. Nicht nur mein Team war nun im Home Office, weitere Teams folgten. Und mit ihnen die Notwendigkeit, manche Prozesse zu digitalisieren oder sogar etwas komplett Neues zu bauen. Das Home Office gab mir genug Ruhe, um viel programmieren zu können. Wahrscheinlich habe ich einige meiner besten Zeilen Code in dieser Zeit geschrieben. Gleichzeitig hatten wir im Team eine Art virtuelles Büro gebaut, mit Kaffeeecke zum Chatten usw. Manche Highlights, wie das gegenseitige Teilen von Lieblingsmusik am Freitag, hatten wir vorher analog nicht. Im Sommer hatte ich mich mit Kollegen in Parks getroffen, mit Abstand natürlich, damit man sich wenigstens mal sieht. Mein Arbeitsplatz zuhause indes professionalisierte sich, erst ein Monitor, dann ein hoch- und runterfahrbarer Schreibtisch, sowie mehrere Versuche, das WLAN am anderen Ende der Wohnung stabil zu bekommen. Zum Glück hatte ich schon vor der Pandemie darauf gedrängt, ein Zimmer stärker zum Büro umzufunktionieren. So viel Luxus hat sicherlich nicht jeder, ich bin da definitiv privilegiert, vor allem wenn um einen herum Freunden das Einkommen wegbricht und diese ganz andere Sorgen haben.

Wie das so ist mit Lieblingsgerichten, wenn man sie jeden Tag isst, dann hängen sie einem irgendwann aus dem Hals heraus. Nicht falsch verstehen, ich bin immer noch ein großer Anhänger vom Home Office. Aber jedes Mal, wenn ich dann doch mal im Büro war und Kollegen treffen konnte, kam ich gut gelaunt nach Hause. Und ich bin nicht unbedingt derjenige, der jeden Tag Menschen um sich braucht. Im Gegenteil. Aber die Mischung macht es. Denn die Tage im Home Office werden auf die Dauer eintönig. Auch wenn ich vor der Arbeit rausgehe, meistens einmal Mittags und dann auch noch nach der Arbeit, damit der Tag wenigstens etwas an Struktur und Zäsur hat. Manche Kollegen haben Probleme damit, Arbeit vom Privaten zu trennen. Und auch wenn viele sagen, dass es doch süß sei, wenn Kinder in eine Videokonferenz hineinplatzen, einem selbst ist das oft peinlich, und wie überhaupt sollen die Kinder verstehen, dass Papa zuhause ist, aber nicht ansprechbar?

Und dann ist da noch etwas anderes, was Ronnie Grob gut beschreibt. Firmen haben festgestellt, dass ihre Mitarbeiter auch produktiv sind, wenn sie nicht im Büro antanzen. Bürokapazitäten und Dienstreisen könnten für immer reduziert werden. Doch wenn Remote Working so gut funktioniert, warum dann nicht auch gleich noch „remoter“ gehen in Zukunft? Braucht man wirklich den teuren Experten vor Ort, oder geht nicht sogar der mindestens genauso kompetente aber viel günstigere Experte auf einem anderen Kontinent? Dies ist bereits heute das Geschäftsmodell mancher Beratungen, teure Berater vor Ort, günstige Experten sonstwo, und nicht nur große Firmen haben bereits Erfahrungen mit Offshoring oder Nearshoring gemacht. Es ist nicht auszuschließen, dass dies nun stärker ausgebaut wird.

Wenn die Pandemie, hoffentlich bald, vorbei ist, dann werden wir versuchen zu der Welt zurückzukehren, die wir vorher hatten. Aber das wird nicht möglich sein, zumindest nicht unter der Oberfläche. Die Restaurants, sofern sie nicht bereits verschwunden sind, werden wieder öffnen und Konzerte stattfinden, doch das ist nur eine Seite der Medaille. Denn es sind Gedankenprozesse in Gang gekommen, die nicht so einfach wieder zurückgeschoben werden können. Auch, dass unser System sehr vulnerabel ist, hat nun jeder feststellen können. Das wird sich nicht so einfach durch vermehrte Restaurantbesuche nach der Pandemie kompensieren lassen.

Derweil wünsche ich mir in meinem Home Office, dass die Eintönigkeit bald vorbei sein möge und ich auch gut geplante Arbeitstage im Büro verbringen kann. Meine grundlegende Hoffnung aber ist, dass wir die neu gewonnene Freiheit sinnvoller füllen werden als zuvor.

Essentialismus von Greg McKeown


Auf einer der ersten Seiten des Buchs Essentialismus zitiert McKeown Dieter Rams, „Weniger aber besser“. Eine bessere Definition von Essentialismus sei kaum zu finden. Ich lese dieses Buch in einem Sessel neben dem von Rams 1960 entworfenen Regalsystem 606 und sehe, wenn ich von dem Buch aufschaue, auf ein Plakat des Films Rams, den ich vor einigen Jahren über Kickstarter mitfinanziert hatte. Ich kann aus erster Hand berichten, dass es nicht reicht, sich mit Objekten von Dieter Rams zu umgeben, wenn man sich dem Essentialismus widmen will 🙂

Der von McKeown definierte Essentialismus basiert auf den folgenden Grundprinzipien:

  • Wenn man in seinem Leben nicht selbst die Prioritäten setzt, dann wird das jemand anders für einen tun. Wir müssen daher lernen, „Nein“ zu sagen, damit wirklich einen Beitrag leisten können. Zwar haben wir nicht immer die Kontrolle über unsere Optionen, aber wir haben die Kontrolle, zwischen ihnen zu wählen. Es geht darum, nicht nur zu erkennen, dass man die Wahl hat, sondern diese Möglichkeit der Wahl auch zu zelebrieren. Wenn es kein klares „Ja“ ist, dann ist es ein klares „Nein“.Anstatt zu fragen, wie kann ich alles auf einmal machen, soll die Frage gestellt werden, welches Problem man haben will. Manche Menschen benötigen mehr „Wartung“ als andere, aber sie stehlen einem die Zeit und machen ihre Probleme zu den eigenen.
  • Die Frage, die man sich als Essentialist ständig fragen sollte, ist: „Investiere ich mich gerade in die richtigen Aktivitäten?“ Es geht nicht darum, dass man die Sachen geregelt kriegt (wie in GTD), sondern darum, dass man die richtigen Sachen geregelt bekommt. Vieles ist unwichtiger als es zunächst aussieht. Die wichtigsten und schwierigsten Dinge sollte man zuerst tun.
  • Wir sind dafür nicht ausgelegt, so viel Auswahl zu haben und so viele Entscheidungen selbst treffen zu müssen. Dies reiht sich ein in die Beobachtungen von Barry Schwartz und seinem Buch Paradox of Choice.
  • Wir sollen uns überlegen, was wir wirklich wollen, am besten anhand von drei Fragen:
    • Durch was fühle ich mich zutiefst inspiriert?
    • Worin bin ich besonders talentiert?
    • Was erfüllt einen wichtigen Bedarf in der Welt?
  • McKeown schlägt dafür einen iterativen Prozess vor: Explore, Eliminate, Execute. Für die Execution ist es wichtig, dass man sich zurückzieht, um sich zu fokussieren. „The main thing is to keep the main thing the main thing.“ Der lateinische Ursprung für das Wort „decision“ stammt von „cis“ bzw „cid“, also schneiden oder sogar töten. Stephen King sagte, zu schreiben sei menschlich, zu kürzen göttlich.
  • Das wichtigste Vermögen, das wir besitzen, sind wir selbst, unser Geist, unsere Körper. Wir müssen darin investieren, um das Beste aus uns herauszuholen. Was ist das Hindernis, das uns davon abhält, das zu erreichen, was wir wirklich wollen?
  • Die Griechen hatten zwei Wörter für Zeit, Chronos, die Zeit, die wir messen, und Kairos, die Zeit, die wir spüren, wenn wir im Jetzt leben. Der Essentialist lebt die Zeit im Kairos. Multitasking ist kein Problem, der Glaube, wir könnten Multifocus, ist eines. Die wichtigste Frage: „Was ist in diesem Moment wirklich wichtig?“ Ab und zu muss man, wenn man überwältigt ist von vielen miteinander konkurrierenden Aufgaben, erst einmal pausieren und schauen, was nun wirklich wichtig ist.

Insgesamt sind die Punkte alle nicht neu, sie sind eher eine Neukompilierung von Vorhandenem. Schön ist, dass McKeown verschiedene Beispiele aus der Geschichte zuhilfe zieht, um seine Punkte zu verdeutlichen. An manchen Stellen wiederholt sich das Buch. Dennoch eine Leseempfehlung.

Der PowerMBA: Erfahrungen aus der ersten internationalen Kohorte


 

Die MBA-Welt hat mich schon lange interessiert, schon zu Anfang meiner Karriere hatte ich mir ein Buch mit MBA-Wissen gekauft, weil ich immer das Gefühl hatte, dass mir als eher technisch ausgebildetem Menschen etwas fehlt. Nicht, dass ich über die Jahre nix dazu gelernt hätte, aber ich hatte mich immer gefragt, was mir fehlt, wovon ich eventuell nichts weiß, also “Unknown Knowns”. Das Buch, das ich damals kaufte, war der 10-Day MBA, das ich immer noch jedem empfehlen möchte, denn nicht alles, was hier drinsteht, wird auch im PowerMBA gelehrt. Empfehlenswert ist auch der Real-Life-MBA, den es sogar auf Deutsch gibt. Und wenn wir schon bei Büchern sind, dann darf The Visual MBA nicht fehlen.

In den letzten Jahren wurde ich mit immer mehr Werbeanzeigen zu MBAs und alternativen Programmen beworfen, vor allem vom altMBA und dem PowerMBA. Der altMBA war mir für das, was er bietet, zu teuer, der PowerMBA mit dem Einführungspreis von 750 Dollar war ein Bruchteil des Preises anderer Programme. Aber kann so etwas wirklich gut sein? Ein nicht akkreditierter MBA? Ich hatte meine Zweifel, denn einige der dort enthaltenen Themen waren mir nicht fremd, im Gegenteil. Und für irgendwelche Inhalte, wo es um “Growth Hacking” oder ähnliche Themen geht, in denen einfach lange bekannte Ansätze noch mal unter einem coolen Namen neu aufgebrüht werden, dafür ist mir meine Zeit und auch mein Geld zu schade.

Wie sieht das nun beim PowerMBA aus? Zunächst einmal: Ich bin noch nicht fertig, dies ist ein Zwischenbericht. Ich schreibe diesen Bericht, weil ich bei der Entscheidungsfindung lange nach Erfahrungen Anderer gesucht hatte, die wenigen Reviews im Netz aber auf Spanisch waren. Die Anmeldung beim PowerMBA war also ein Wagnis 🙂 Vielleicht helfen meine Erfahrungen Interessierten bei der Entscheidungsfindung.

Gleich nach der Anmeldung erhält man ein Zertifikat, obwohl man noch nichts geleistet hat. Eine Bewerbung oder Reglementierung, wer in das Programm einsteigen kann, existiert nicht. Das Programm fing bei mir nicht sofort an, zwischen meiner Entscheidung und dem Start vergingen einige Monate. Das kann heute anders sein, ich bin halt Teil der 1. internationalen Kohorte. Man wird nach der Anmeldung regelrecht bombardiert mit Communities, Webinars etc, das alles in verschiedenen Apps, Websites, Kanälen. Der viele Content ist natürlich super, aber eine Community auf einer Website plus einer App plus einem Reading Club auf wieder einem anderen Portal, nun ja. Zusätzlich existieren noch Telegram Chats und Zoom-Meetings für lokale Gruppen, geleitet von “Ambassadors”, natürlich auch Dank Corona, denn real treffen ist momentan nicht möglich. Damit fällt auch ein Teil des Vorteils eines MBA-Programms flach, die Vernetzung offline.

Der PowerMBA unterteilt sich in 8 Module, das 1. Modul hier im Screenshot nicht mitgezählt:

Der Knopf “Go to next class” funktioniert bei mir meistens nicht, auch wenn ich noch eine Einheit offen habe. Die Applikation läuft auf TypeForm, ist also keine Eigenentwicklung.

Jeden Werktag erhält man Zugriff auf ein Video oder eine durchklickbare Folge von Mini-Inhalten von ca 15 Minuten, was einer Lerneinheit entspricht. Dies ist das Konzept des Microlearnings. Die Einheit wird meistens um ca. 7 Uhr morgens freigeschaltet, was für 5AM Club-Anhänger wie mich eher suboptimal ist. Ich habe das nun so gelöst, dass ich versuche mir 1-2 Videos aufzusparen, um etwas Puffer zu haben. Auf dem Bild unten sieht man Einheiten, die ich abgeschlossen habe, Einheiten, die freigeschaltet sind, aber noch nicht abgeschlossen, und Einheiten, die noch nicht freigeschaltet sind:

Manchmal sind anstatt des Videos auch Fehlermeldungen zu finden, so dass es gut ist, mehr als eine Einheit “auf Halde” zu haben, wenn man das wie ich unbedingt morgens machen möchte. Ehrlich gesagt finde ich es aber auch schade, dass noch nicht mehr freigegeben ist, zum Beispiel ein ganzes Thema, denn manchmal sind die Themen schon sehr spannend, und man möchte einfach mehr lernen, vor allem wenn man gerade im Flow ist. Dem ist ein Riegel vorgeschoben, denn der Support antwortete mir auf meine Frage, ob man nicht mehr freigeben will:

This I am afraid we cannot do, sorry! Our one class per day system allows all our students to progress at the same time helping then get fully involved with the program and the other services available to them such as the forum where they can discuss ideas or questions they may have regarding that class, with their other classmates.

Das ist natürlich Quatsch, denn ich bekomme schon mit, dass einige doch etwas hinterherhinken. Und nur weil ich schon etwas weiter bin im Material, heißt das ja nicht, dass ich mich nicht mit anderen über vorherige Themen austauschen könnte. Die Qualität des Austauschs hängt meiner Meinung nach auch stark vom Ambassador ab und was er von den Themen weiß, die besprochen werden sollen. Was fehlt sind Case Studies, die man selber oder mit einem Team bearbeiten muss.

Die einzelnen Einheiten sind von unterschiedlicher Qualität, einige sind wirklich sehr gut, viele gut, wenige nicht ganz so prall. Zu jeder Einheit kann man Feedback geben. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich lerne, vieles ist eine Inspiration, einiges habe ich auch schon erfolgreich im Job anwenden können. Insofern hat sich der PowerMBA gelohnt für mich. Inhalte wie Lean Startup kannte ich schon, aber es ist natürlich cool, Eric Ries in den Videos zu erleben. Viele der ersten Videos werden vom PowerMBA-Mitgründer Borja Adanero moderiert, und ich kann das “You must understand…” bald nicht mehr hören :), aber so viel Leidenschaft für die Themen hätte man sich manchmal auch im Studium von seinen Dozenten gewünscht.

Zusätzlich zu den Einheiten erhält man etwas schriftliches Material, das ok ist, eine grobe Zusammenfassung der Themen. Manchmal wünsche ich mir einen Deep Dive, aber das ist eben nicht drin zu dem Preis.

Die Fragen in den Tests sind zum Teil einfach schlecht oder zumindest nicht eindeutig genug. Das kann der Übertragung aus dem Spanischen geschuldet sein, aber Fragen wie “Wer schrieb The Lean Startup?” sind einfach bescheuert. Manche Tests scheinen mit der heißen Nadel gestrickt worden zu sein. Bisher habe ich aber alle Tests bestanden, ohne viel dafür gelernt zu haben, allerdings muss man schon konzentriert sein bei den einzelnen Einheiten, ansonsten funktioniert das nicht.

Insgesamt, trotz aller Kritik, bereue ich meine Entscheidung nicht. Ich habe schon einige wichtige Impulse mitnehmen können. Der PowerMBA eignet sich zudem für Entrepreneure und Intrapreneure, die innerhalb oder außerhalb einer Firma ein Startup gründen wollen. Ob ich durch den PowerMBA attraktiver werde für Arbeitgeber? Keine Ahnung, ich habe es gemacht, weil ich mehr lernen wollte. Und vielleicht mache ich nun sogar noch einen richtigen MBA hinterher. Als kleine Grundausbildung würde ich den PowerMBA aber bisher auf jeden Fall empfehlen. Ich werde diesen Text ergänzen, wenn ich fertig bin mit dem Programm.

Langzeit-Erfahrungen mit tado: Nicht gut, aber Alternativen noch schlechter


Update 29.11.2022: Eines der Thermostate ist defekt. Es schließt nicht mehr richtig, so dass geheizt wird, auch wenn das Thermostat eigentlich ausgeschaltet ist. 79 Euro. Unten beim Geldsparen außerdem noch ein Zusatz. Vielleicht amortisiert sich tado nun doch schneller Dank der leider stark gestiegenen Gaspreise, aber die defekten Geräte helfen dabei nicht wirklich weiter.

Update 18.1.2022: Nach einer Reparatur der Therme ließ sich die Heizung nicht mehr mit tado steuern. Zwar sagte die tado-App, dass alles problemlos läuft, aber die Anforderungen kamen nicht bei der Therme an. Warmwasser funktionierte problemlos.

Der Notdienst unseres Klempners hat den Fehler nicht finden können, und so war das Wochenende vor allem davon geprägt zu schauen, was das Problem sein könnte. Es war am Ende ein Draht, der sich aus dem Smarten Thermostat gelöst hatte. Zwar sagte der Kollege, dass das unmöglich von der Wartung kommen könnte, aber dass sich das Kabel einfach so aus dem Thermostat an der Wand löst, nun ja. Jetzt tut sich aber eine Frage auf: Wieso kann tado sagen, dass alles in Ordnung sei, wenn die Verbindung nicht ordnungsgemäß hergestellt ist?

Update 8.9.2021: Nach fast 4 Jahren ist die Internet Bridge im Eimer. Einfach tot. Support angeschrieben, einen Tag später kam die Antwort, dass ich doch bitte ein Video von dem Problem drehen soll. Gesagt, getan, dann ging es zum 2nd Level Support. Und da sie nunmal älter ist als 2 Jahre, tja, Pech gehabt, Garantie vorbei, 99€ kostet sie neu. Dadurch wird sich die Investition in die tado-Geschichte noch später amortisieren, wenn überhaupt. Der Claim von tado, dass man Geld spart, den kann ich für mich schon mal verneinen. Auch nach 4 Jahren werde ich die ursprüngliche Investition nicht wieder reingefahren haben, und wenn dann noch mal was kaputt geht… Lobend erwähnen muss ich aber die sehr freundlichen Techniker, mit denen ich geschrieben habe.


Gleich vorab: Ich wünschte, ich könnte mich den Begeisterungsstürmen für tado anschließen, schließlich habe ich tado ausgesucht, weil ich wirklich glaube, dass das System mein Heizungs-Problem lösen kann. Bisher aber sind meine Erfahrungen mit tado mittelprächtig bis ok,, und das liegt am System selbst und auch an der Hotline sowie den suboptimalen Hilfetexten. Ich hoffe, dass dieser Bericht helfen kann, eigene schlechte Erfahrungen mit tado zu verhindern beziehungsweise genau nachzudenken, was man da eigentlich tut. Ich werde diesen Artikel fortlaufend aktualisieren. Gekauft wurde das System Ende November 2017.

Inhalt

Das Problem: Kaminofen versus Heizungssteuerung

Kommen wir zunächst zu meinem Heiz-Problem. In erster Linie geht es mir nämlich nicht um das Sparen von Heizkosten, wobei das natürlich ein toller Nebeneffekt wäre, sondern darum, dass die alte Heizungssteuerung einen fundamentalen Denkfehler hatte. Eingebaut wurde alles neu während einer Komplettsanierung 2013 in einem Pre-Gründerzeit-Altbau von 1855. Gastherme, Rohre, Heizungen, Thermostat, alles neu. Der Fehler lag von Anfang an darin, dass der Klempner kein wirkliches Ohr für unsere Fragen hatte, vor allem, ob es Sinn ergibt, ein Thermostat für die Gesamtsteuerung der Heizung in das Wohnzimmer zu packen, wenn 3 Meter weiter ein Kaminofen steht. Meine Anfänger-Logik: Wenn der Kamin an ist, dann denkt das Thermostat, dass es ja superwarm ist und schaltet die Therme aus. Wohnzimmer warm, Rest der Wohnung kalt. Naja, man befindet sich ja eh meistens im Wohnzimmer, ist doch egal. Und im Schlafzimmer soll man eh kalt schlafen. Während einer Sanierung hat man 1.000 Probleme, und man vertraut jedem Handwerker, der überhaupt auf der Baustelle erscheint. Das war ein Fehler.

4 Jahre später. Nachwuchs. Etwas mager auf die Welt gekommen. Die Hebamme sagt, dass die alte Regel mit 18 Grad Zimmerthemperatur hier nicht gilt, den Kindern fehlt der wärmende Speck. Also Heizung an. Puh. Da war ja was. Und siehe da, selbst wenn der Ofen nicht an ist, bekomme ich die Temperatur nicht so hin wie ich sie brauche. Denn das Wohnzimmer ist zum Süden ausgerichtet, das Kinderzimmer zum Norden. Und auch wenn es heißt, dass es immer regnet in Hamburch, nee, auch hier scheint mal die Sonne, und dann brauche ich die Heizung nicht hochzudrehen, es ist auch so warm im Wohnzimmer. Der Trick wäre nun, dass ich einfach die Heizung im Wohnzimmer runterdrehe, das Thermostat hochdrehe, so dass die Therme an ist und das Kinderzimmer versorgt. Aber so richtig nach Steuerung hört sich das nicht an. Eher nach Energieverschwendung, zumal die Heizung zum Teil nicht mal eingeschaltet sein muss hier. Update: Ein Kommentator hat herausgefunden, dass das iSense-Thermostat auch unabhängig vom Thermostat die Heizung steuern kann. Meine Investition in tado wäre also gar nicht notwendig gewesen. Allerdings wäre die Heizungssteuerung dann immer noch ungenau.

Eine kurze Affäre mit Max!

Nächste Idee: Ich versuche es mit einem Smart Thermostat, in diesem Fall von Max!. Der nette Verkäufer von conrad empfiehlt mir dieses System, da es günstig ist. Am besten ein Wandthermometer plus die zwei smarten Heizungsthermostate, fertig ist die Laube. Das Wandthermostat soll verhindern, dass die Temperaturfühler an der Heizung von 21 Grad ausgehen, die es in der Mitte des Zimmers gar nicht mehr gibt. Zunächst glaubte, nein, hoffte ich, dass das die Lösung ist. Aber das war sie nicht. Das System war unberechenbar und heizte zum Teil hoch auf 24 Grad, obwohl es auf 19 Grad runterreguliert wurde. Und es löste mein Problem nicht. Denn wenn man doch mal den Ofen anmachen wollte im Wohnzimmer, nun ja. Dann war die Therme halt aus. So hoch konnte ich sie gar nicht stellen, dass sie auch noch das Kinderzimmer geheizt hätte. Schnell bei eBay verkauft, der Käufer meldete sich übrigens nach einem Jahr, dass ein Thermostat defekt sei; zum Glück hatte ich den Bon noch.

Die Erfahrungen der Crowd mit tado

In den folgenden Tagen lernte ich mehr über Heizungssysteme als ich jemals wollte. Unsere Therme ist eine Remeha Tzerra 28c, die über das OpenTherm-Protokoll kommunizieren kann. Bis ich genau nachgesehen hatte, war ich davon ausgegangen, dass unser Thermostat im Wohnzimmer per Funk mit der Therme kommunizierte, aber das iSense-Thermostat war tatsächlich mit einem Kabel vom Wohnzimmer mit der Therme in der Küche verbunden. Schade aber auch, sonst hätte man das Thermostat ja einfach woanders hinhängen können, wo es nicht der Hitze des Ofens ausgesetzt gewesen wäre. Eine Funkversion hätte mindestens 300 Euro gekostet. Aber ungenau wäre das immer noch gewesen.

Mein nächster Schritt war ein Aufruf bei Facebook, wer denn Erfahrung mit Smart Heating hätte. Die Resonanz war beeindruckend. tado war die Hauptempfehlung, gefolgt von elgato (fällt flach weil hier im Haushalt nicht alle ein Apple-Gerät besitzen), Max! (da gab es auch böses Contra), Coqon, Loxone (weil man da mehrere Smart Home-Geschichten auf einmal mit lösen kann anstatt für alles eine App zu haben), innogy, hydraulischer Ausgleich sowie Einwände, dass das kompletter Schwachsinn sei, überhaupt sein Heim mit sowas vollstopfen zu wollen. Manche hatten sich leider nicht die Mühe gemacht, den Thread überhaupt komplett zu lesen und kamen mit Allgemeinplätzen. Aber gut. Insgesamt eine tolle Ausbeute. Da einige Freunde gute Erfahrungen mit tado gemacht hatten, schaute ich mir dieses System genauer an.

Erste unangenehme Erfahrungen mit tado: Die Verkaufs-Hotline

Meine Recherche zeigte, dass tado tatsächlich die Lösung für mein Problem sein könnte, denn anscheinend kann hier ein Heizungsthermostat direkt bei der Therme mehr Power verlangen. Im MediaMarkt sah ich am späten Samstag Nachmittag das komplette Set, und da es noch nicht 18 Uhr war, dachte ich, dass ich das Angebot der tollen Hotline ja ausprobieren könnte. Kann das Smart Thermostat von tado mit der Remeha Tzerra 28c umgehen? Im Netz nur widersprüchliche Infos. Auf der deutschen Seite wurde Remeha gar nicht aufgeführt, auf der niederländischen Seite schon. Schade. Es ging niemand dran. Auch keine automatische Nachricht. Also habe ich das Set im Laden stehen lassen.

Am Montag rief ich dann gleich morgens bei tado an. Und diesen Anruf werde ich so schnell nicht vergessen. Bevor ich meinen ersten Satz überhaupt zuende bringen konnte, wurde ich schon unterbrochen. “Haben Sie ein Thermostat oder…” und so weiter. Keine Chance, mein Problem zu schildern. Auch als ich den Herrn darauf aufmerksam machte, dass ich gerne erst mal ausreden möchte, wurde ich sehr unhöflich in die Schranken gewiesen. Irgendwann konnte ich dann doch mein Problem schildern, und nun musste der forsche Telefonverkäufer doch einsehen, dass es vielleicht besser gewesen wäre, mich erst reden zu lassen. Nein, er könne nicht garantieren, dass das mit meiner Remeha-Therme funktioniere. OpenTherm ginge auch bei anderen, und in 95% aller Fälle blablabla. Ja. Steht auch auf der Webseite. Ich hätte mir den Anruf sparen können und gleich im MediaMarkt kaufen. Da kaufe ich zwar ungern, denn die vielzitierte Beratung fokussiert sich ja auf die Geräte, die gerade palettenweise im Lager stehen, aber die extra Marge und vielleicht auch den Sales-Bonus gönne ich tado in diesem Fall nicht.

4 Tage später wurde das Paket losgeschickt, zusammen mit einer Mail inklusive Rechnung mit Zahlungsziel am gleichen Tag. Auch nett. Ware noch nicht da, aber bitte sofort bezahlen. Anruf bei der Hotline zwecklos. Aber dem Social Team von tado, das auf twitter geantwortet hat, hier ein fetter Dank, denn sie haben das Problem kurzfristig und kompetent gelöst. Natürlich habe ich 14 Tage Zahlungsziel. Dass das Produkt erst 4 Tage später hier ankam ignoriere ich jetzt mal. Aber die Interaktion mit dem Social Team war bis dahin meine einzige gute Erfahrung mit tado. Auch bei späteren Nachfragen erwies sich das Social Media Team von tado immer als schnell, ehrlich und lösungsorientiert. Danke dafür noch mal an dieser Stelle!

Erfahrungen mit tado: Die Installation

Ganz einfach sei die Installation, und in weiten Teilen unterschreibe ich das auch. Apple-like. So kannte das Setup auch meine Konstellation von iSense und Remeha Tzerra 28c. Warum wusste das nur nicht der arrogante Typ von der Hotline? Schade nur, dass diese supereinfache Installation dazu führt, dass man davon ausgeht, dass wirklich jeder Schritt so einfach ist. Wenn alles schon für Doofe gemacht zu sein scheint, dann kann man es nicht glauben, wenn es mal nicht so ist. Und dann hakt es manchmal doch.

So soll man einfach nur den blauen Papierstreifen aus dem Batteriefach rausziehen, wenn man das Thermostat umdreht. Bei mir sah das  allesganz anders aus. Ich sah keinen blauen Streifen. Wer hätte auch gedacht, dass ich dazu das Case erst öffnen muss? Stand da glaube ich nirgends. Aber irgendwann kam sogar ich darauf. Nur steht auch nirgendwo, wie man das Case öffnet. Natürlich will man so ein teures neues Gerät nicht gleich zerstören.

Einige Punkte werden auch so selbstverständlich formuliert, dass man zum Beispiel tatsächlich auf die Idee kommt im Karton zu schauen, wo der Phasenprüfer ist. Denn wenn von “dem Phasenprüfer” gesprochen wird, dann gehe ich davon aus, dass der mitgeliefert ist, ansonsten hieß es ja “ein Phasenprüfer”. Ist er aber nicht oder er fehlte bei mir (anscheinend ist der nur in der Version 2 dabei gewesen?). Man wird auch nirgends vor der Installation darauf hingewiesen, dass man diesen benötigt. Schade eigentlich. Mitten in der Installation merkt man dann, dass man abbrechen kann, denn anscheinend ist die Installation ansonsten lebensgefährlich (ich hab das dann anders gelöst, denn die iSense kann nur dann ohne Batterie leben, wenn sie Strom von der Therme bekommt, und mit abgeklemmter Sicherung konnte die Therme auch nix weitergeben. Dies ist aber kein Tipp, bitte nicht nachmachen!). Oder man dachte sich, wenn man schon auf der Packung erwähnt, dass ein Phasenprüfer benötigt wird, dann kaufen manche das Produkt nicht, weil sie gar nicht wissen, was ein Phasenprüfer ist. Besser sie merken erst während der Installation, dass sie einen brauchen, denn dann haben sie schon gekauft und sind so weit mit der Installation, dass sie das Gerät nicht mehr zurückschicken werden. Um 22 Uhr, als ich mit der Installation anfing, hätte ich auf jeden Fall keinen Phasenprüfer mehr bekommen können. Abgesehen davon ist der “Lügenstift”, wie er auch genannt wird, kein ausreichendes Hilfsmittel. Aber das ist ein anderes Thema.

Nach dem alles einigermaßen angebracht war (um 22:30 fehlte mir leider noch etwas in der Wand, woran ich das Smart Thermostat hätte befestigen können, aber Gaffa-Tape ist Dein Freund), war die positive Überraschung zunächst, dass ich es anscheinend tatsächlich geschafft hatte, nichts zerstört zu haben. Das Thermostat konnte tatsächlich die Therme steuern. Nur das Warmwasser war abgeschaltet. Und da ist auch schon wieder ein Kritikpunkt: So richtig erklärt wird das mit der Warmwassersteuerung nicht. Und das zieht sich über alle Hilfetext hin, alles ist einfach nur oberflächlich behandelt. Die Hilfe-Funktion ist keine Hilfe, denn die Inhalte dort sind so allgemein, dass man auch genau so gut auf sie verzichten könnte. Während der Installation ist die ganze Zeit ein gelber Reiter mit einem Telefonsymbol rechts im Fenster zu sehen, aber klickt man darauf, findet man keine Hilfetexte, die zu dem jeweiligen Stand der Installation passen. Kaum ein Text hat ausreichend Tiefe. Das zieht sich auch durch andere Bereiche der tado-Welt, siehe weiter unten.

Ebenso verstehe ich nicht, warum ich nicht sagen kann, dass das Thermostat nun im Wohnzimmer ist, wo auch noch zwei Smart Heizkörperthermostate sind? Wäre doch toll, wenn die sich synchronisierten? Aber nun steht da einfach nur “Heizung” und “Wohnzimmer”, und die zeigen unterschiedliche Temperaturen an (was kein Wunder ist, denn von den Heizungen am Fenster zum Thermostat an der Wand sind es wieder drei Meter, und da geht etwas an Temperatur verloren). Ein Anruf bei tado, dieses Mal bei einem sehr hilfsbereiten Mitarbeiter, bringt die Lösung: Er könne das zusammenfassen, aber eigentlich ist es auch egal. Auch die Tatsache, dass die Heizung auf 20° eingestellt ist, das Kinderzimmer auf 21° sei kein Problem, das Heizungsthermostat darf dennoch bei der Heizung eine höhere Temperatur abfragen. Sehr nett. Das mit dem Warmwasser wurde nicht so wirklich erklärt. Und während der Wartezeit in der Hotline-Warteschleife habe ich dann auch die Abdeckplatte gefunden, die im Shop nicht zu finden ist (sie findet sich unter diesem Link hier; der besserwisserische Verkäufer bei meinem ersten Telefonat wusste doch alles besser, warum hatte er diese Platte nicht gleich mitempfohlen?). Unten im Video sieht man übrigens, wie das in gut aussieht.

Noch ein Kritikpunkt, den ich bei meinen Erfahrungen mit tado gemacht habe: Das Einrasten der Heizkörperthermostate bei der Installation funktioniert nur so suboptimal, bei manchen Thermostaten benötigte ich mehrere Versuche.

tados ortsabhängige Steuerung

Neben der Lösung, die uns tado für uns individuelles Heizproblem bietet, fand ich von Anfang an auch die ortsabhängige Steuerung für sehr genial. Anstatt eines strikten Zeitplans würde nun die Heizung dann arbeiten, wenn wirklich jemand zuhause ist. Klingt doch erst mal gut, oder?

Das Handy oder die tado-App selbst hatte ab und zu Probleme damit, mich korrekt zu orten, denn selbst als ich in einer Nebenstraße parkte war ich immer noch außerhalb der Ringe. Google Maps zeigte meinen korrekten Standort, in den Einstellungen der tado-App gehörte die Nebenstraße definitiv zur Home-Zone. Erst kurz vor der Haustür schaltete sich der Hintergrund von grün auf gelb. Wäre ich S-Bahn gefahren (in Hamburg führt die S-Bahn z.T. unterirdisch und die U-Bahn z.T. oberirdisch), dann hätte ich das verstanden. Aber ich fuhr mit einem DriveNow und war ganz gespannt, wann das System umschaltet. Aber in der Regel funktioniert dieses Feature ganz gut.

Wichtig: Bei manchen Android-Derivaten scheint ein Energiesparmodus aktiviert zu werden, der es Apps verbietet, im Hintergrundmodus den Ort abzufragen. Und so kann es dann passieren, dass man zwar nicht zuhause ist, die tado-App das aber nicht mitbekommen hat und die Heizung fröhlich weiter arbeitet. Ab und zu mal ein Blick auf die App lohnt sich also.

Kann man wirklich Geld mit tado sparen?

Ich bezweifle stark, dass die in der Werbung damals versprochenen >30% Ersparnis an Heizkosten wirklich drin sind. Die Energiespargarantie bezog sich allerdings nicht auf die 30%, sondern einfach nur für den Fall, dass man “nicht genug gespart” hat. Dieses Angebot sehe ich heute nicht mehr. Ich konnte schon nach ein paar Wochen sagen, dass sich die Anschaffung nicht so schnell amortisieren wird. Wir geben im Jahr weniger als 750€ für Gas aus, selbst wenn tado ein Drittel davon einsparen würde, dann müssten mehr als 2 Jahre ins Land gehen, um das Smart Thermostat und die mittlerweile 10 Smarte Heizhörperthermostate wieder raus zu haben. Und hier ist noch nicht eingerechnet, dass ein Teil des Gases für Warmwasser draufgeht, und da werde ich nicht in den Einstellungen rumpfuschen. Ich will nicht morgens um 4 unter der Dusche stehen, weil ich einen frühen Flieger habe, und dann noch mal zum Handy laufen müssen, um das Warmwasser einzuschalten. Vor allem nicht, solange man nachts von zwei kleinen neuen Erdbürgern wachgehalten wird und dann vielleicht auch mal warmes Wasser zum Händewaschen braucht nach dem Wickeln (wer hätte gedacht, dass kleine Jungs so weit… aber lassen wir das). Ich hab also um die 1.000€ ausgegeben für die Versmarthomung unserer Heizung, ich bräuchte also um die 4 Jahre, bis ich mit tado schwarze Zahlen schreibe. Das habe ich nach 4 Jahren definitiv nicht erreicht.

Interessant auch, dass mir die App für den ersten Monat der Installation, November 2017, bereits eine Ersparnis von 11% bescheinigte. Ich hatte das Smart Thermostat und 4 Heizkörper-Thermostate für zwei Räume am 27.11. installiert, es gab also nur 4 Tage und nur einen Teil der Räume, in denen das tado-System installiert war, und trotzdem will man 11% gespart haben? Das würde mich extrem wundern.

Schauen wir uns einmal einen Monatsbericht für einen ganzen Monat an. Im Dezember 2017 soll ich 22.8% an Energie eingespart haben. Das wäre natürlich super. Natürlich weiß tado aber nicht, was ich im Vormonat oder im Dezember 2016 an Energie verbraucht habe. Es wird einfach nur geschätzt, dass ich im Vergleich “zum Verbrauch mit einer temperatur- und zeitgesteuerten Standardregelung mit Nachtabsenkung nach DIN V 18599-10” so viel Energie eingespart habe. Es ist nicht so, dass es vorher keinen Zeitplan gegeben hätte. Die Heizung wurde tagsüber eh schon runtergeregelt, ebenso nachts. Entspricht das der DIN-Norm? Ich weiß es nicht. Aber ich vermute, dass hier sehr optimistisch gerechnet wird. Denn wie viel weiter kann tado runterregeln, dass tatsächlich eine Ersparnis zustande kommt? Es ist ehrlich gesagt sogar unwahrscheinlich, dass ich hier Geld gespart hatte, aber das liegt nicht an tado. Durch den Nachwuchs sind wir ja eher mehr zuhause und haben sogar ein Zimmer stärker beheizt. Es ist sogar so, dass ich dadurch, dass ich die Heizung genauer steuern kann, sogar eher bereit bin, die Heizung höher zu stellen, wenn mir kalt ist. Schließlich muss ich dafür nicht mehr aufstehen

Mittlerweile kann man aber auch Daten eingeben, in unserem Fall die Werte von dem Gaszähler. Tut man das nicht, so sehen die Schätzungen “Energy IQ”-Funktion so aus:

Gibt man dann Daten ein, so werden die Vorhersagen nicht sofort neu berechnet, anscheinend findet das in der Cloud statt. Hier hat es einen Tag gedauert, und da sieht man, wie weit tado entfernt ist vom realen Verbrauch:

Anscheinend haben wir schon einiges gespart, aber dennoch nicht so viel wie tado vermutet hatte. Dennoch lohnt es sich, den Verbrauch manuell einzutragen.

Was auf jeden Fall nicht zuverlässig funktioniert, ist die automatische Erkennung, dass ein Fenster geöffnet wurde, so dass die Heizung ausgeschaltet wird. Manchmal funzt es, manchmal nicht, manchmal funktioniert es zuerst und dann schaltet sich die Heizung doch wieder ein. Und dann versucht sie natürlich gegen die Kälte anzuheizen, was natürlich komplette Geldverschwendung ist, im wahrsten Sinne Geld zum Fenster herauswerfen. Das ist natürlich schade, dass das nicht funktioniert.

Was ich auch nicht ganz verstehe ist, wie tado und die Heizkurve der Therme zusammenarbeiten. Die Heizkurve ist ein ganz besonderes Thema, über das man sich stundenlang mit einem Heizungstechniker unterhalten kann. Soweit ich das verstehe wird die Heizkurve einer Therme durch einen Außenfühler bestimmt, so dass die Therme davon abhängig eine Vorlauftemperatur erzielt. Die Therme läuft also immer ein wenig, um diese Vorlauftemperatur zu erreichen. Bei tado scheint es so zu sein, dass die Therme nur dann angeworfen wird, wenn Wärme angefordert wird. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Vergeblich sucht man auf der tado-Seite nach dem Begriff, und obwohl es interessante Diskussionen zur Heizkurve gibt, werden sie in der Suche nicht angezeigt.

tado-Batterien bereits nach 4 Monaten leer

Ja, richtig gelesen. Nach 4 Monaten kam eine Push-Mitteilung wie auch eine E-Mail von tado, dass in zwei Thermostaten die Batterie leer ist. Die restlichen Batterien machten kurz darauf schlapp. Zitat aus der E-Mail:

Das ist deutlich früher als die erwartete Batterielebensdauer. Wir sind uns des Problems bewusst und arbeiten an der Lösung. Deine Geräte werden aktualisiert, um die Batterielebensdauer zu verlängern. Bitte entschuldige die Umstände.

Das ist natürlich extrem unschön. Die Frage ist, wann wird das gelöst? Bekomme ich das überhaupt mit, wenn die Thermostate aktualisiert werden? Es dauert übrigens mehr als nur ein paar Minuten, bis in der App vermerkt ist, dass die Batterie gewechselt wurde; in einem Fall hat es fast 30 Minuten gedauert. Da bekommt man zwischendurch Zeifel an sich selbst, ob man tatsächlich beim richtigen Thermostat die Batterien ausgetauscht hat.

Übrigens kann eine leere Batterie auch der Grund dafür sein, dass ein Raum angeblich keine Verbindung hat. Die beiden Räume auf dem Screenshot links haben beide jeweils 2 Smarte Thermostate, und einer von ihnen hat eine Verbindung, der andere nicht, anscheinend weil die Batterie leer ist. Die App ist hier erst mal nicht wirklich hilfreich, denn der ganze Raum ist jetzt nicht mehr steuerbar. Premium ist wirklich etwas anderes, würde ich mal sagen.

Und nach einem Jahr fing das Smarte Thermostat dann an zu spinnen:

 

 

Manchmal blinkte auch nur kurz was auf, wenn ich auf den Knopf drückte. Das Problem? Wieder eine schwache Batterie! Diese waren zwar gerade erst ausgewechselt worden (und zwar nicht mit Billig-Batterien), aber ohne Vorwarnung reagierte das Gerät nicht mehr richtig. Das Blinken der Thermostate, das man via App auslösen kann, funktioniert in manchen Räumen gar nicht. Wieder eine zu schwache Batterie!

Nun sind Wegwerf-Batterien auch nicht unbedingt die beste Lösung, wiederaufladbare Akkus sind umwelttechnisch besser. Nicht bei tado. Denn wenn man Akkus (HR6 anstatt die empfohlenen LR6) reinsteckt, dann geht die Anzeige, dass die Batterien leer sind, gar nicht mehr weg. Das liegt daran, dass Akkus einfach weniger Spanning haben und tado anscheinend keine Lust hat, die Software hier anzupassen. tado sitzt das Thema einfach aus, wie dieser Twitter-Thread zeigt.

Ist das wirklich so smart mit der tado-Steuerung über die Cloud?

Ein großer Kritikpunkt meinerseits: Warum muss alles in der Cloud sein? Alle Einstellungen werden an tado übertragen, wenn der eigene Internetzugang ausfällt, dann ist Schluss mit dem intelligenten Heizen. Ja, man kann noch manuell justieren. Ach nee, geht ja doch nicht, denn wenn man die Kindersicherung aktiviert hat, dann geht eben gar nix mehr. Pech gehabt. Das kommt nicht vor? Vodafone Kabel ist hier in den letzten zwei Monaten zwei Mal für mehrere Tage ausgefallen. Mitten in Hamburg.

Und es muss nicht mal der eigene Internetzugang sein, denn auch tado selbst kann Probleme mit dem Server oder dem Rechenzentrum haben (jaja, da gibt es Redudanzen, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sich sowas immer gut anhört und im Ernstfall auch mal schief gehen kann). Auf dem Foto links sieht man wie es in der App aussieht, wenn mal gerade keine Verbindung möglich ist. Angeblich lag es in diesem Fall an meiner Internetverbindung, bei der Internet Bridge blinkte die Cloud-LED (die Bridge versucht die tado-Server zu erreichen). Tatsächlich konnte ich über den gleichen Internetanschluss die tado-Support-Seiten ansteuern, so dass es wohl weniger an meinem Internetanschluss lag. Die tado-Server liefen laut Status-Seite normal. Angeblich können die Geräte bei einem Internetausfall dann noch manuell gesteuert werden. Aber die erste Woche meiner Erfahrungen mit tado war auf jeden Fall eher gemischt, denn tado scheint nicht ehrlich zu sein, was die Verfügbarkeit ihrer Server betrifft.

Update 1673.2020: tado war am 1563.2020 mehrere Stunden offline. Natürlich gab es mehr als 294 Nutzer, die Probleme hatten, dies sind nur die, die das auch gemeldet hatten. tado war aber transparent und hat die Probleme auf twitter zugegeben.

Ob es tado in zwei Jahren noch gibt? Ich weiß es nicht, ich hoffe es, denn ansonsten habe ich einfach nur viel Geld für nicht mehr benutzbaren Elektroschrott ausgegeben. Die Synchronisierung ist abhängig von tado-Servern. Meine Hoffnung wäre dann, dass eines der etablierten Energie-Unternehmen die Chance erkennt und die Innovation kauft.

Fraglich ist für mich vor allem, wie lange tado überhaupt seine Cloud noch kostenlos anbietet; irgendwann wird man wohl auch hieraus einen Abo-Dienst machen. Ansonsten verstehe ich das Business-Modell nicht: Wie kann man einen kostenlosen Sync-Server betreiben, wenn man nur einmalige Einnahmen durch den Verkauf der Hardware hat? Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Ich befürchte sogar, dass tado plant, irgendwann ein Abo drauf zu machen, denn wenn man erste die Investition in die teuren Thermostate getätigt hat, dann sind 9,90€ im Monat ja auch nicht mehr so schlimm. Oder? Aus diesem Grund empfehle ich tado schon mal nicht! Update Februar 2019: Genau das ist passiert. Kostet zwar nur 2,99€ im Monat, aber es war abzusehen, dass eine kostenlose Cloud nicht funktionieren kann.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger, tado

Meiner Meinung nach werden tado-Nutzer zu zahlungspflichtigen Updates gelockt, die ihnen nix bringen. So wird das kostenpflichtige Upgrade der tado-App auf Version V3+ für knapp 20€ empfohlen, doch wenn man ganz genau hinschaut, dann bringt einem dieses Update teilweise nicht wirklich etwas. Das hat netterweise auch der Support zugegeben (der Social Media Support, von dem ich echt begeistert bin).   Denn natürlich konnte tado auch schon vorher automatisch erkennen, wenn man das Haus verlässt und auch wenn ein Fenster geöffnet ist (naja), nur dass solche Einstellungen nun angeblich automatisch vorgenommen werden.

Der Raumluft-Konfort-Skill dagegen klingt ganz nützlich, aber so wirklich mehr Informationen bringt er einem nicht. Ich habe (nur für dieses Blog) das Update trotzdem gemacht, aber es waren 20€, die ich mir auch gut hätte sparen können. Mit IFTTT kann man mehr anstellen, da man hier sogar Warnungen bekommt.

Fazit Erfahrungen mit tado

Die App

Die App fühlt sich gut an. Das Wissen, jetzt wirklich die Temperaturen in jedem Zimmer steuern zu können, entspricht dem, was ich von der heutigen vernetzten Welt erwarte, und tado hat das gut umgesetzt. Die Version V3+ nehme ich hingegen etwas als Geldmacherei wahr.

Lohnt es sich?

Bei einem Preis von 70-80€ pro Heizkörperthermostat überlegt man sich schon genauer, ob man wirklich alle 12 Heizkörper in der Wohnung damit ausstattet. Dann bin ich bei einem Preis von über 1.000€ insgesamt, und dann braucht tado wie oben geschrieben mehr als 4 Jahre, um das Geld wieder reinzuholen. Bis dahin gibt es wahrscheinlich schon wieder bessere Systeme. tado selbst hat schon die Version V3+ rausgebracht. Und auch wenn alle Komponenten wertig aussehen (meine Frau findet sie auf jeden Fall schicker als die Komponenten von Max!), sie fühlen sich nicht unbedingt wertiger an. Anschauen ja, anfassen nicht unbedingt. Da fühlt es sich eher nach billigem Plastik an.

Features

Mein Heizproblem wurde gelöst. Auch die ortsabhängige Steuerung funktioniert. Dass die Fenster-offen-Erkennung nicht zuverlässig ist, ist natürlich extrem schade.

Der Support

Liebe tado-Führung: Schult bitte Eure Verkaufskollegen am Telefon, dass man den Kunden nicht über den Mund fahren sollte, wenn diese noch nicht einmal den ersten Satz zur Hälfte aussprechen konnten. An Unfreundlichkeit war das kaum zu überbieten. Und wie schon gesagt: die Hilfe-Seiten sind wirklich suboptimal. Würde tado nicht nur Marketing-Blabla in den Hilfe-Teil der Seite schreiben, dann könnten sie eventuell auch den Support entlasten. Aber so ist es kein Wunder, dass man da anrufen muss. Dass die Installation an einer Remeha-Therme funktioniert, hätte man doch auch auf die Seite schreiben können. Hätte mir einen ziemlich doofen Anruf erspart und tado einen Blogartikel, der die Freundlichkeit der tado-Mitarbeiter kritisiert. Die Hilfe und die Verkaufstexte sind ungenau, nicht tiefgehend genug und zum Teil irreführend.

Letzte Worte

Meine Erfahrungen mit tado sind also generell eher durchwachsen. Meine größten Kritikpunkte sind die Abhängigkeit von der Cloud, die mangelhafte Kommunikation (das Social Media Team ist eine Ausnahme), die fehlende Zuverlässigkeit, ein offenes Fenster zu erkennen, die kurze Batterie-Laufzeut sowie die zum Teil unfreundliche Behandlung am Telefon. Alternativen sehe ich allerdings keine, wenn ich mir meine Erfahrungen mit Max! so ansehe. Ich würde mir tado aber nicht noch einmal kaufen.

Übrigens, die Telefonnummer der Support-Hotline lautet 089 412 09569

Kommentare (seit Februar 2020 ist die Kommentarfunktion von meinem Blog entfernt):

Ich bleibe says

  1. Oktober 2018 at 19:46 Ein sehr hilfreicher Erfahrungsbericht, besten Dank!

Marco says

  1. November 2018 at 04:44 Hätte ich leider früher Lesen sollen….

Michael says

  1. Dezember 2018 at 15:45 Oh Mann, tausend Dank für Deinen Artikel. Ich wollte auch schon den Bestellknopf drücken – aber jetzt?? Sorry, dass Du da als Beta-Tester vorgeritten bist. Ich habe ohnehin insgesamt das Gefühl, dass die tolle Smarthome Welt nur in den Reklamespots schön ist. Das echte -smarte- Leben scheint mir mehr ein Hindernislauf zu sein. X-Standards (WLAN, Buetooth, Dect). Nö, ich lasse noch etwas Zeit ins Land gehen…..So lange ich noch zwei gesunde Hände habe, kann ich den Heizungsregler auch noch mit der Hand bedienen.

Claus says

  1. Dezember 2018 at 13:38 Hallo Tom, ich habe ähnliche Probleme, mit meiner Heizsituation und dem tado Vertrieb, bei mir per Mail. Sie beantworten meine Fragen nicht, und gehen immer nur auf die Frage ob man ein Raumthermostat hätte. In meinem speziellen Fall ist dieses in die Therme selbst eingebaut – eine Besonderheit bei Vaillantthermen mit Aussenthemperturführung. Scheinbar eine Überforderung. Nach Deinem tollen Bericht habe ich mich kurz vor Kauf nun dagegen entschieden. Danke!!!!!!!! Danke !!!!!!!! Danke !!!!!!!!! Dir und Deiner Familie schöne warme Weihnachten und einen guten Rutsch.

Thomas says

  1. Januar 2019 at 17:46 Danke für den Erfahrungsbericht. Leider habe ich den auch zu spät gelesen. Bei mir verhindert das Extension Kit, dass ich einen Komfort Heizwert von >18 Grad einstellen kann an der Therme. Ist doch etwas kalt im Winter… Der Support ist leider weder entgegen kommend noch hilfreich…

Herbert says

  1. Januar 2019 at 00:33 Danke für die ausführliche Informationen. Ich habe auch seit mehr als einem Jahr 5 Heizkörper und ein Raumthermostat in Verwendung. Mein Problem sind ebenfalls die Batterielebensdauer!!! alle 3 Wochen tausche ich Markenbatterien beim Raumthermostat !! Ohne dem steht die Heizung!!! Bin am überlegen ob ich die Stromversorgung nicht umbauen werde!

Julio Caballero says

  1. März 2019 at 12:13 Danke für diese Info. Zu spät für mich hab leider das Problem auch mit offenes Fenster erkennen, glaube sende das ganze wieder zurück. Support kannst vergessen.

Herbert says

  1. Juni 2019 at 06:50 Batterie- Lebensdauer

Habe nach mehreren Mails ein Ersatzthermostat kostenfrei bekommen- seit dem funktioniert das System wieder problemlos.

Auf meine Anfrage ob des Fehlers habe ich keine Auskunft bekommen.

Grundsätzlich bin ich mit der Funktionsweise des Tadosystems zufrieden! Der Support aber ist verbesserungswürdig!

Michael says

  1. September 2019 at 10:06 Mal ganz ohne Zusatzgeräte Der iSense hat extra für diesen Fall eine Funktion eingebaut: „4.2.3. Funktion Fremdwärme Erreicht die Temperatur in dem Raum, wo der Regler positioniert ist, den gewünschten Wert, schaltet die Zentralheizung ab. Dieser Fall kann eintreten, wenn ein offener Kamin vorhanden ist. oder viele Personen anwesend sind. In einer solchen Situation werden auch die anderen Räume im Haus nicht mehr beheizt. Sie können die Funktion Fremdwärme einschalten, um sicherzustellen, dass andere Räume weiterhin beheizt werden. Dies erfolgt über die Taste Programm. Dabei wird der im Regler integrierte Raumtemperatursensor ausgeschaltet. Die zu dem Zeitpunkt herrschende Wassertemperatur im Zentralheizungssystem wird dann beibehalten. Wenn es in den übrigen Räumen zu kalt oder zu warm wird, können Sie die Raumtemperatur dort mit der Dreh- und Drucktaste C am Regler erhöhen oder senken. Dies bewirkt eine Erhöhung oder Verringerung der Wassertemperatur in der Heizung.Um die Raumtemperatur in den übrigen Räumen weiter individuell zu regeln, können Sie die Heizkörper mit Thermostatventilen ausstatten.“

Tom Alby says

  1. September 2019 at 20:25 Wow. Dazu kann ich nur sagen: RTFM, und zwar gründlich. Gelesen hatte ich es, aber anscheinend nicht gründlich genug. Hätte ich einiges an Geld und Ärger gespart. Der Vorteil an tado ist dann jetzt nur, dass die Temperatur wenigstens exakt gehalten wird. Und dass, wenn man mal nicht zuhause ist, an nix denken muss. Danke für den Kommentar!

Dustin says

  1. September 2019 at 13:13 Deine Erfahrungen kann ich in ähnlicher Weise nur bestätigen! Der Support hat den Namen nicht verdient. Bei mir verliert die Bridge jeden Tag die Verbindung zur Cloud, das wiederum hat zur Folge, dass die Heizkörper nicht mehr per App gesteuert werden können, kein offenenes Fenster erkennen und auch nicht merken, wann sie hoch und runter regeln sollen. Das Problem besteht seit April 2019, ich habe inzwischen sage und schreibe 77 E-Mails mit dem Tado-Support gewechselt, mehrmals telefoniert…. ich dokumentiere inzwischen alles, weil es so unglaublich erscheint…. Jetzt, Mitte September, benötige ich das System wieder und muss zwangsläufig bald die Thermostate tauschen, denn so kann ich nicht vernünftig heizen. Statt Geld zu sparen, wird es eher teurer. tado antwortet inzwischen seit 3 Wochen einfach gar nicht mehr…. Alle meine Mails werden missachtet. Zuvor wurde mir mehrfach schriftlich bestätigt, dass das Problem nicht mit meinem Netzwerk zusammenhängt und gerade ähnliche Fehler untersucht würden, deshalb benötige man auch mehr Zeit…. wie gesagt, seit April geht das jetzt so…..tado…. bitte lasst die Finger von diesem System. Es wird langfristig keinen Spaß bringen und die Batterien in den Thermostaten müssen alle 6 Monate getauscht werden, man wird zwar per Mail informiert (der Mailtext ist jedes Jahr der gleiche….man entschuldigt sich und will durch ein baldiges Systemupdate die Batterielaufzeit verlängern…)….aber eine Lösung scheint es auch hierfür nicht zu geben. Die Support-Seiten im Internet (testet bitte die FAQ´s mal vor dem kauf, ihr merkt es schnelle selbst) könnten nicht schlechter formuliert sein…. Hilfe bekommt man dort keine

Guido Sommer says

  1. Oktober 2019 at 07:40 Hallo Tom, hätte ich doch Deinen Artikel vorab gefunden .-( Habe 18 Thermostate gekauft – leider ist unser Haus Baujahr 1930 wohl so gut strahlentechnisch isoliert, dass die Bridge maximal 2 Etagen bedienen kann! Hast Du einen Tip, welche Thermostate (welche via Wlan angesteuert werden) gut sind ?

Danke aus Stuttgart Guido Sommer

Tom Alby says

  1. Oktober 2019 at 08:49 Nein, außer den genannten Thermostaten habe ich nichts ausprobiert.

Andreas Schorre says

  1. Oktober 2019 at 08:19 Hallo, ich habe jetzt zwei Wochen das Tado-System V3+, allerdings nur für eine Zentralheizung (5 Thermostate + Bridge) in einer Altbauwohnung. Bei mir läuft alles so wie es soll, die „Fenster offen Erkennung“ funktioniert ohne Probleme, springt sofort an und unterbricht den Heizvorgang. Auch Geofencing erkennt genau meinen Standort (iPhone)und fängt an zu Heizen, so wie es auch sein soll. Ich kann die vielen Kritikpunkte, zumindest bei mir, nicht nachvollziehen und hoffe das bleibt in Zukunft auch so! Zur Batterielebensdauer kann ich nach zwei Wochen natürlich noch keine Einschätzung abgeben, vielleicht hat sich in der V3+ Version der Software ja wirklich eine Verlängerung der Batterielebenszeit eingestellt, zu wünschen wäre es ja. Obwohl ich wahrscheinlich auf wiederaufladbare Akku’s setzen werde, die bekommt man heute auch von Markenherstellern schon recht günstig und man hat nur einmal die Anschaffungskosten.

Die „Fenster offen Erkennung“ und „Geofencing“ bekommt man nur in der Premiumversion , ansonsten erhält man „nur“ eine Nachricht und muss allein die Temperatur herunterregeln, was vielen Nutzern (die eh nur das Handy in der Hand halten…) schon reichen dürfte. Ich für meinen Teil habe mit das Jahresabo für 25 Euro geholt, weil ich diese automatische Erkennung sehr hilfreich finde und auch der Preis völlig ok ist! (Arbeite in der IT und sehe das deswegen wahrscheinlich mit anderen Augen und Erfahrungen) Leider sehen das viele Leute mit der heutigen Geiz-ist-geil-Mentalität nicht so, gesehen in vielen Chatkommentaren…

Ich will Tado nicht zu früh loben, aber auch nicht gleich jede Kleinigkeit zum Tadoproblem erklären. Ich habe selber gemerkt, wie ich im Altbau (3,50 Meter Deckenhöhe) mit der Temperatur-Korrektur mehrmals nachjustieren musste, um die wirklich angezeigte Temperatur auch im ganzen Raum zu erreichen….aber es geht! Eimal alles gut eingestellt und man hat genau das Ergebnis was man sich auch gewünscht hat.

Wenn mich jetzt also keine Hardware-Ausfälle oder Softwareprobleme treffen, dann bin ich doch tatsächlich sehr zufrieden mit Tado.

Tom Alby says

  1. Oktober 2019 at 09:15 So früh zu kaufen wie ich hat Vor- und Nachteile. Zum einen hat man noch mit den Kinderkrankheiten zu kämpfen, auf der anderen Seite gab es damals noch kein Abo-Modell, so dass ich für das von Dir genannte Premium-Feature nichts im Monat bezahle. Lediglich die neue App habe ich bezahlt. Das fand ich fair. Nachträglich das Abo bei den ersten Kunden einzuführen, das hatte sich tado wohl nicht getraut.

Zu den Akkus: Das ist umwelttechnischer definiv besser und mittelfristig auch im Geldbeutel spürbar. Allerdings habe ich selbst bei den besten Akkus nicht die Zeiten erreicht, die ich mit einer normalen Batterie erreiche. Aber da geht Umweltschutz natürlich vor Komfort.

Achim Sökefeld says

  1. Dezember 2019 at 22:00 Ich bin Architekt und nach anderthalb Jahren Tado Nutzung bereue ich zutiefst. ich habe in einem Jahr bei einer 100 m² Wohnung 50 € gespart, dauernd die Batterien gewechselt und dauernd das Gefühl gehabt meine Wohnung wäre zu kalt. Ein Thermostat ist kaputt gegangen weil mir eine Kleinigkeit drauf gefallen ist. Nach einem iPhone Wechsel Lässt sich das alte iPhone nicht löschen, die App stürzt dauernd ab, Daten sind falsch, zum Beispiel soll ich 316 mal im November das Fenster geöffnet haben. Blödsinn, einfach unrealistisch. Nur der Optik wegen tausche ich die Thermostate nicht aus, Aber ich glaube ,ich nutze diese nur noch zur manuellen Steuerung wie meine Thermostate vorher.

Simon says

  1. Dezember 2019 at 23:02 Guten Abend! Ich habe seit einigen Tagen 13 Tado Thermostate in meiner Physiotherapiepraxis installiert. Die Away-Funktion nutze ich natürlich nicht, da sonst meine Angestellten plus Patienten erfrieren würden während ich auf Hausbesuche bin. Ich muß trotz aller anfänglicher Skepsis sagen, dass es ganz gut funktioniert und bin zur Zeit recht zufrieden. 250 m2 werden gut abgedeckt ohne Funkabbrüche. Beeindruckt mich. So soll es sein. Den Support von Tado allerdings kann man in der Tat vollkommen vergessen. Ich wollte im Vorfeld der Investition in die Thermostate ein paar Fragen beantwortet haben. Leider geht das nur noch per Email, FAQ‘s oder Chat (laut der Dame aus dem Chat). Email dauert mir einfach um mich damit tagelang zu beschäftigen. Ich sitze ja nicht den ganzen Tag am Rechner und tippe. Ebenso mit der Chatfunktion. Zunächst antwortet ein Bot und nach kurzer Zeit immerhin eine reale Person. Aber dennoch habe ich nicht die Zeit wie mit einem Freund hin und her zu chatten. Ich mächte die Fragen für mich schnell beantwortet bekommen, um mich für oder gegen dieses System zu entscheiden und weitersuchen zu können. Das könnte man in einem Telefonat wesentlich zeitsparender klären. Da hat Tado nachgelassen, da es bis vor kurzem wohl noch einen Telefondienst gab. Sehr schade. Aber ich fand eine andere Firma, die diese Thermostate vertreibt und telefonisch zu erreichen war und helfen konnte. So viel zu meinen bisherigen Erfahrungen.

Marco Sagt says

  1. Dezember 2019 at 11:01 Viel Negatives. Hat man überlegt wie es wäre oder ist, wenn man ein „traditionelles“ Raumthermostat hätte/hat? Ähnliche Probleme? Dann ist das alles kein Tado-Problem… Ich bin zufrieden mit der Möglichkeit, die Raumtemperatur per Handy zu überprüfen und zu steuern. Eine Home/Away Funktionalität brauche ich nicht in meinem Einfamilienhaus mit mehreren Personen. (Ich wurde nicht von Tado bezahlt oder beauftragt. Aber sind nicht einige der negativen Kommentare oben etwa von der Konkurrenz? Einige „Influencer“ etwa?)

Tom Alby says

  1. Dezember 2019 at 12:22 Sorry, aber bei Deinem Kommentar bekomme ich Bauchweh. Hast Du meinen Artikel überhaupt gelesen? Dann würdest Du manche Dinge so nicht schreiben. Und an die Influencer glaube ich nicht. Zumindest haben andere Benutzer hier echte Namen angegeben und Du nicht.

Synology Upload-Geschwindigkeit einschränken


StartBlogSynology upload geschwindigkeit einschraenken

Die Synology NAS hat ein besonders tolles Feature, nämlich das verschlüsselte Backup in der Cloud mittels Hyper Backup. Nachdem ich den unverschlüsselten Cloud-Diensten abgeschworen hatte (u.a. Dropbox), war die Kombination vom verschlüsselten Backup und der Cloud-Flatrate von Amazon Prime so attraktiv. Leider hat das Backup leider die gesamte Bandbreite des Upload-Volumens gefressen, 12 MBit. Das beschleunigt zwar das Backup, aber verlangsamt auch das Internet im Heimnetz.

Die “Datenfluss-Steuerung” (Traffic Control) im Synology DSM sollte Abhilfe schaffen, aber hiermit fingen die Probleme an. Zunächst einmal kann man Hyper Backup nicht als Applikation auswählen, deren Bandbreite eingeschränkt werden soll. Wenn die Not groß ist, dann kann man natürlich auch alle Ports auswählen und diesen weniger Bandbreite zuteilen, zum Beispiel 2.000 KB/s. Und genau hier liegt der Fehler.

Zunächst muss der Port 443 des Zielordners ausgewählt werden, dies ist der Port, der von Amazon (und wahrscheinlich auch von anderen Diensten) genutzt wird. Und dann kommt das größte Missverständnis, denn 2.048 KB/s sind nicht 2 MB/s, sondern irgendwas anderes, was ich bisher nicht verstanden habe. Denn wenn ich 500 KB/s auswähle, dann nutzt die NAS 5 MB/s.

Wie kann das sein? Vielleicht bedeuten KB/s bei Synology nicht Kilobytes/s, sondern Kilobits/s? Aber das wären dann nicht 5MBit/s, die Google Wifi nun in der App zeigt.

Google Wifi im Netzwerk mit SONOS, FritzBox & Synology NAS


Update Juli 2019: Ich habe die Google Wifi Pucks wieder in Rente geschickt, da sie den Langzeittest nicht bestanden haben. Die neue Installation läuft mit einem Netgear Orbi.

Zwar ist unsere Wohnung zumindest gefühlt nicht soooo groß, aber der FritzBox 6490 Kabel-Router allein war zu schwach auf der Brust für die ganze Wohnung; kein Wunder, steht er auch in der äußersten Ecke der Wohnung und nicht zentral. Zunächst ergänzte ein AVM Fritzbox Repeater 310 das WLAN, mangels 5 GHz wurde dieser durch das Modell 1750 ersetzt. Das funktionierte ganz ok, aber so richtig reibungslos eben auch nicht. Nicht selten ertappte man den Repeater mit blinkenden LEDs, bis ins Bad reichte der WLAN-Empfang oft nicht, und dann gabs immer wieder Aussetzer, die ich mir einfach nicht erklären konnte. Nach den überwiegend positiven Berichten sollte ein Google Wifi die Probleme lösen.

Google Wifi Mesh versus Extender/Repeater

In der Hoffnung, dass eine Station reicht, so klang zumindest die Werbung, ignorierte ich das Doppelpack und kaufte lediglich eine Komponente. Gleich vorweg, das reicht nicht, zumindest nicht wenn das Gerät in einer Ecke der 120qm-Wohnung steht. Weniger Geräte als vorher habe ich jetzt schon mal nicht, und mit 130-140€ pro Gerät ist die Kombi eine teurere Alternative. Aber die Vorzüge des Mesh-Netzwerks sowie die Aussicht, Ruhe zu haben mit den ständigen Netzwerkproblemen, war mir den Test wert. Nichts ist so nervig wie ein stockender Film, weil irgendeine Komponente im Netzwerk gerade ein Problem hat. Und für die Einrichtung des Repeaters inklusive eines Gast-Modus sind mehrere Stunden und viele Support-Mails draufgegangen.

Ein Repeater hat den Nachteil, dass er das Signal eines WLANs einfach verlängert, dafür aber etwas von der Geschwindigkeit verloren gehen kann, weil ein Overhead in der Kommunikation entsteht. Vermaschte Netze hingegen haben dieses Problem nicht, sie sind einfach EIN Netzwerk; neben dem 2,4 GHz und dem 5 GHz-Netz haben sie ein drittes Funkmodul, über das die Geräte miteinander kommunizieren. Man wechselt also auch nicht von dem Bereich des Haupt-WIFIs in das des Repeaters, sondern befindet sich die ganze Zeit in einem Netzwerk.

Die Einrichtung des Google Wifi

Die Einrichtung ist supereinfach, die App führt durch das Setup, innerhalb von zehn Minuten ist man startklar. Dabei wird die aktuellste Softwareversion des Google Wifi runtergeladen, was den Löwenanteil der Zeit ausmacht. Ehrlich gesagt hatte ich mehr Zeit damit verbraten, die Packung aufzubekommen, was vor allem an meiner Unfähigkeit liegt, Tesastreifen zu erkennen und abzupulen.

Nachdem die App meldete, dass mein Google Wifi nun fertig ist, stellte ich das WLAN des Fritzbox Routers aus und stellte die Verbindung auf mein neues WLAN um. Das Einrichten und das Konfigurieren des WLANs sind wirklich ein Kinderspiel, nur meine Sonos-Anlage wollte hinterher nicht mehr funktionieren, dazu unten mehr. Es macht Spaß, die App zu nutzen, die Internetverbindung und die WLAN-Geschwindigkeit in jedem Raum per Knopfdruck zu testen. Ein Gast-WLAN ist sehr einfach eingerichtet. Was mir fehlt, aber das fehlt mir nicht nur hier, ist eine einfache Möglichkeit, einem Gerät weniger Geschwindigkeit zuzuordnen, denn wenn die Synology NAS mal loslegt mit dem Backup in die Cloud, dann wird das ganze Netz lahm (siehe dazu auch den Artikel, wie man bei einer Synology NAS die Upload-Geschwindigkeit reduziert).

Erst nach 2 Wochen übrigens habe ich gemerkt, dass ich den Google Wifi-Puck in eine LAN-Buchse der FritzBox eingestöpselt hatte, die “nur” auf 100 Mbit/s eingestellt war. Da wir von Vodafone netterweise 200 Mbit/s geschenkt bekommen haben für ein paar Monate, hab ich unser WLAN also selbst ausgebremst. Nicht dass das groß aufgefallen wäre, der limitierende Faktor ist bei uns eh die Upload-Geschwindigkeit. Aber so kam ich in den Tests von 91 Mbit/s auf 189 Mbit/s. Von den 212 Mbit/s, die die FritzBox meldet, gehen irgendwo 23 Mbit flöten, aber mal ganz ehrlich: Wer früher mit einem 56K-Modem durchs Netz surfte, wird sich hier erst beschweren, wenn das tatsächlich mal ein Problem werden sollte. Eine über 3.400 Mal schnellere Internetverbindung geht zwar auch einher mit viel beladeneren Internetseiten und Filmen, aber das ist eine andere Geschichte.

Nicht ganz einfach ist die Einrichtung von IPv6, was aber nicht an Google Wifi liegt, sondern an der Fritzbox. Die Standardeinstellungen hier sehen so aus, als wäre IPv6 kein Problem, allerdings sind zusätzliche Einstellungen notwendig. Zum Beispiel bei “Auch IPv6-Präfixe zulassen, die andere IPv6-Router im Heimnetzwerk bekanntgeben” und bei “DNS-Server, Präfix (IA_PD) und IPv6-Adresse (IA_NA) zuweisen”. Dann sagt Google Wifi zwar nicht, dass es funktioniert, aber dass der ISP es eventuell nicht unterstützt. Tut er in meinem Fall aber

Aber wie schon in der Einleitung angekündigt: Das WIFI reichte wenn überhaupt nur mit schwacher Verbindung in das andere Ende der Wohnung. Ganz abgesehen davon hoffe ich damit auch mein SONOS-Problem zu lösen, denn die Verbindung zu Spotify brach immer wieder ab.

Hinzufügen eines weiteren Google Wifi Knotens: Probleme mit iOS

Also rein in den Mediamarkt, ein zweites Google Wifi gekauft (jaja, der Doppelpack wäre dann doch günstiger gewesen), und schnell zuhause angeschlossen. Genau so einfach wie beim ersten Gerät ist die Einrichtung, hier die Ergänzung des Netzwerks, nur eine Sache hat mich gestört: Wenn ich bei der Installation des ersten Google Wifi schon eingewilligt habe, Kaufanreize und Statistiken zu meinem Netzwerk von Google zu erhalten, warum werde ich dann beim zweiten Gerät noch mal gefragt? Wenn ich jetzt “Nein” sage, bekomme ich dann auch die Mails für das erste Gerät nicht mehr?

Dann der Nervkram: Aus irgendeinem Grund streikte mein iPhone nach der Einrichtung des zweiten Knotens und wollte partout nicht mehr ins Netz, während mein Macbook sich problemlos verbinden konnte. Netzwerkeinstellungen zurückgesetzt, Netzwerk ignoriert, alles versucht, und trotzdem streikte das iPhone (und das iPad solidarisch mit). Dumm nur, wenn darauf die Google Wifi App installiert ist und man also ohne Internetzugang nicht mehr auf die Google Wifi-Konfiguration zugreifen kann Denn eine Konfigurationsmöglichkeit vom Rechner besteht nicht, es funktionieren nur Apps. Schnell das alte Android-Handy ausgegraben, sich über 50 Update-Wünsche gewundert, und dann schnell die Google Wifi-App runtergeladen. Alles kein Problem. Das Netzwerk lief. Warum wollten iPhone und iPad nicht mehr in das Google Wifi?

Nach einer halben Stunde kam ich auf die Idee, mir einmal die IP-Adresse, die Router-Adresse sowie die DNS-Server anzusehen, die sich das iPhone und das iPad gezogen hatten. Der Fehler lag darin, dass der DNS-Server die gleiche IP hatte wie der Router, in diesem Fall die 192.168.86.1. Ich weiß nicht, ob diese schon vorher drin stand, aber es funktionierte auf jeden Fall nicht. In der Google Wifi-App war “DNS des ISP” festgelegt, anscheinend klappte es aber nicht. Also unter den iPhone-Einstellungen einen anderen DNS-Server eingegeben, und schon funktionierte es wieder. Googles DNS-Server 8.8.8.8 kann man sich ganz gut merken, ich empfehle FreeDNS (37.235.1.174 und 37.235.1.177), da hier nicht protokolliert oder umgeleitet wird. Bisher habe ich keinen Unterschied zu Googles schnellen DNS-Servern entdeckt. Das Problem bei diesem Ansatz ist allerdings, dass man dann mit der App nicht mehr alle Einstellungen vornehmen kann, denn auch wenn man mit dem Google Wifi verbunden ist, lautet die Fehlermeldung, dass man sich doch mit dem Wifi verbinden solle.

SONOS und Google Wifi

Kommen wir nun zum SONOS. Zunächst hatte ich dem Google Wifi den gleichen Namen gegeben wie meinem alten WLAN, in der Hoffnung, dass ich dann ansonsten nirgendwo etwas ändern müsste. Das hat dann schon mal nicht funktioniert. Dann fiel mir ein, dass ja ein SONOS-Gerät mit einem Ethernet-Kabel mit dem Router verbunden ist, um die Vorteile eines BOOST-Setups zu haben (Unabhängigkeit vom WLAN des Routers). Tatsächlich befindet sich das Google Wifi aber in einem anderen Netzwerk, d.h. es vergibt eigene IP-Adressen an die angeschlossenen Geräte. Vergibt der Fritzbox-Router alles im 192.168.178.x-Netzwerk, ist das Google Wifi mit 192.168.86.x unterwegs. Das Google Wifi-Gerät bietet einen LAN-Anschluss, meine Fritzbox 4, wo neben dem SONOS auch noch die Synology und ein Arlo drinstecken. Das Arlo ist egal, aber die Synology und SONOS sollten im gleichen Netzwerk sein. Natürlich könnte man das Google Wifi auch im Bridge-Modus verwenden (und somit die IPs der Fritzbox verwenden und im gleichen Netzwerk sein), aber dann kann man kein Mesh-Netzwerk mehr aufbauen. Kommt also nicht in Frage.

Abhilfe sollte schaffen, die SONOS-Anlage von BOOST auf Standard-Setup umzukonfigurieren. Das ist nicht ganz so einfach, wie es sich anhört, denn erst mal muss mindestens ein SONOS-Gerät via Ethernet in die Google Wifi. Um es kurz zu machen: Ein unterbrechungsfreies Abspielen von Musik war nur von der lokalen Musikbibliothek möglich, nicht von Spotify oder Soundcloud. Ich vermutete, dass das vor allem daran liegt, dass das WLAN nicht in die hintersten Räume reicht. An der LAN-Buchse des Google Wifi hing meine Synology NAS, die ich nicht bereit bin, immer wieder gegen SONOS zu tauchen, also muss entweder ein Switch her… oder eben ein zweites Google Wifi, was ich ja gekauft habe. Ein SONOS-Gerät in das zweite Google Wifi, wieder auf BOOST umgestellt, und schon… funktionierte es nicht. Angeblich stellt sich ja das SONOS-System automatisch auf BOOST um, sobald ein Gerät mit Ethernet an das WLAN verbunden wird, aber dennoch muss man noch unter den Erweiterten Einstellungen das Wireless Netzwerk neu einrichten. Und dann klappte es auch ohne Probleme mit Spotify. Ich frage mich, warum das noch notwendig ist, denn schließlich wird im BOOST-Modus ein eigenes Netzwerk für die SONOS-Geräte erstellt. Dass ich im BOOST-Modus bin, sagt zumindest die Controller App.

Google Wifi und Synology NAS

Richtig problematisch wird es aber dann mit der Synology NAS. Diese soll ja auch weiterhin von außen erreichbar sein. Und hier wirds nun schwierig. Denn dadurch, dass die NAS nun am Google Wifi hängt, kann sie nicht mehr so einfach via DDNS angesprochen werden. Der QuickConnect-Link aber geht seltsamerweise noch. Hier habe ich noch keine Lösung gefunden…

Fazit

Die Einrichtung ist wahrscheinlich die einfachste Setup-Prozedur, die ich jemals bei einem Wifi-Gerät gesehen habe. Das Netzwerk wirkt zuverlässiger, wenngleich die aufgetretenen Probleme von einem Normalo-Nutzer wahrscheinlich nicht hätten gelöst werden können. Der Langzeittest erst wird verraten, wie zuverlässig dieses neue Netz wirklich ist. Je weniger Beschwerden von der Familie kommen, desto mehr war der Tausch das Geld wert