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Tom Alby

Scalable Capital und der Brexit

2016-06-28


Anderthalb Monate sind entweder eine sehr lange oder eine sehr kurze Zeit für Anleger, ganz abhängig davon, ob sie jeden Tag traden oder ab und zu mal kaufen und sich dann 10 Jahre schlafen legen. Und wie gut die Algos von Scalable Capital funktionieren, das werden wir erst nach einer längeren Phase der Auf und Abs wissen. Aber der gewählte Brexit mit seinen Kurseinbrüchen ist ein guter Anlass einmal zu schauen, wie der RoboAdvisor damit klar gekommen ist.

Ich hatte den Machern von Scalable Capital schon am Freitag nach der Wahl Twitter-Kudos dafür geschickt, dass sie die Daten im Interface mehrmals täglich aktualisiert und nicht nur wie sonst die Daten des Vortags angezeigt haben. Transparenz schafft Vertrauen, denn natürlich möchte man wissen, was der Algo mit dieser Situation jetzt macht. Und tatsächlich, am Tag nach dem Referendum ging es bei mir nicht ganz so tief runter, um genau zu sein, es ging gar nicht runter, sondern rauf. Vergleiche ich mein Portfolio mit dem Dax, so lag der Dax an “meinem ersten Tag” (an dem alle Anlagen vom Algo gekauft waren) bei 9890€, heute liegt er gerade aktuell bei 9.500€, gestern schloss er mit 9268€ ab, und mit diesem gestrigen Minus muss verglichen werden. Dem gegenüber steht bei mir im Scalable Capital-Interface eine “zweitgewichtete Rendite” von 1,39% und eine “einfache Rendite” von 1,37%. Natürlich ist der Vergleich etwas unfair, schließlich wäre die Alternative kein reines DAX-Portfolio, aber auch der Dow Jones und die Euro Stoxx haben sich nach unten entwickelt. Aber generell hat der Algo hier gewonnen.

Aber wie genau hat er das gemacht? So die Aussage in der Mail von letzter Woche:

Unser dynamisches Risikomanagement hatte bereits in den letzten Monaten die Kundenportfolios in konservativere Anlagen umgeschichtet, sodass die Auswirkungen der heutigen Kurseinbrüche deutlich gemindert werden. Insbesondere die derzeit auf Staats- und Unternehmensanleihen fokussierte Positionierung trägt zur Stabilisierung bei.

Was die Mail verschweigt ist, welche Signale dazu geführt haben, dass umgeschichtet worden ist. Aber das wird wahrscheinlich geheim bleiben, eben so wie die Coca Cola-Formel.

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