Das letzte Mal

Das powerbook_blog bezeichnet so einen Tag wie heute als Das letzte Mal-Tag, und nachdem er so einen Tag Ende Juli hatte, so hatte ich ihn heute. Das letzte Mal das Büro aufgeschlossen, das letzte Mal mit den Kollegen zusammen Mittag gegessen und danach einen Espresso getrunken, das letzte Mal eine Bionade aus dem Kühlschrank gezogen, das letzte Mal… und dann ein komisches Gefühl im Magen, wenn man das Gebäude zum letzten Mal verlässt und sich dann erinnert, wie es damals war, als man das erste Mal dort ankam.

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Gerade an der Tür…

…klingelte ein Vorwerk-Vertreter und fragte mich, ob meine Eltern da wären.

Ich bin 34 Jahre alt, habe bereits einige graue Haare und hätte eigentlich gedacht, dass ich alt genug wäre, um einen Vorwerk-Staubsauger zu kaufen. Anscheinend gehöre ich aber leider nicht zur Zielgruppe.

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Moleskine: Ideenbegräbnis erster Klasse

Ich bin ein Fan der sündhaft teuren Moleskine-Notizbücher, auch wenn ich die Sinnhaftigkeit manchmal hinterfrage. Dies hat auch das Magazin der Süddeutschen getan. Denn der wahre Zweck, so der Autor Tobias Kniebe angesichts der Ergebnisse einer Selbstversuch-Langzeitstudie, bestünde in der Pflege des Gefühls, seine Aphorismen, Bonmots und Ideen an einem wertvollen Ort geborgen zu haben, der ihrer einzigartigen Qualität entspricht. Ist es dann vollgeschrieben, wandert es ins Regal (ästhetisch ansprechender als Ringblöcke mit teilweise losen Blättern), wo es nie wieder angeschaut würde (hier kann ich dem Autor wiedersprechen, ab und zu sehe ich dort nach). Kniebes Schlußfolgerung: Das Moleskine schützt die Welt genau vor jenem Tiefsinn, mit dem man sonst seine Mitmenschen nerven müsste, und es schließt gerade die peinlichsten Geistesblitze sicher weg: Ein kleiner Giftschrank mit pietätvollen schwarzen Deckeln, ein Ideenbegräbnis erster Klasse.

Womit Herr Kniebe auf jeden Fall Recht hat: Wenn man eine Idee über einen längeren Zeitraum verfolgt, so kann sie sich über mehrere Moleskines hinwegstrecken, und das macht das Wiederauffinden und Weiterverarbeiten der Idee nicht einfacher…

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Lust und Unlust des Programmierens

Ich glaube, es gibt zwei Arten von Problemen beim Erstellen eines Programmes:

  • Der erste Fall macht das Programmieren so spannend, er erinnert an das Lego-Spielen als Kind: Es gibt ein Problem, und man “bastelt” am Algorithmus, um das Problem zu lösen.
  • Der zweite Fall ist der Krampf schlechthin: Man weiss, wie der Algorithmus funktionieren sollte, aber die Programmiersprache der Wahl ist zickig und akzeptiert die Parameter nicht so wie sie übergeben werden und so weiter. Ungefähr so als ob man was mit Fischer-Technik bauen wollte, und dann passen die Teile nicht zusammen.

Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass man ein Anführungszeichen in RealBasic mit einem Anführungszeichen quoted? Ich nicht, und es hat mich mehr als 1 Stunde gekostet dies herauszufinden. Und warum ist das Benutzerhandbuch einer 400 Dollar-Software so schlecht, dass man alles in Foren nachlesen muss?

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Noch 91 Tage

Ich bin nun überhaupt kein Fussball-Fan, in den letzten Jahren war ich drei Mal in einem Stadion (beim MSV Duisburg, meinem Heimatverein), bei Dortmund (weil mein früherer Arbeitgeber dort eine VIP-Lounge hatte) und einmal beim HSV (geschenkt bekommen).

Ehrlich gesagt kenne ich überhaupt keinen Mac-Nutzer, der Fussball-Fan ist (außer Bob, aber dem sei das verziehen). Oder irre ich mich?

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Was ist aus Paul Hardcastle geworden?

Es ist zu heiss als dass ich schlafen könnte, und angeregt durch eine Chart-Seite, habe ich angefangen, meine Musik in iTunes etwas zu sortieren. Ich habe Playlisten für verschiedene Jahre erstellt, angefangen bei 1983 (obwohl ich schon früher Platten gekauft hatte).

Viele Fragen haben sich aufgetan. Zum Beispiel was aus Paul Hardcastle (”NananaNineteen”) geworden ist. Oder aus Harold Faltermeyer. Was war an Moonlight Shadow so toll (ich sehe mich noch im Freibad aufhorchen, als auf dem Handtuch nebenan ein Ghettoblaster stand, aus dem das Lied von einer Kassette dudelte)? Was macht Jennifer Rush (”Destiny”), der Traum meiner Pubertät, heute (wer sich seine Erinnerung verderben möchte, der mag eventuell Jennifer Rushs Homepage besuchen)? Warum finden sich in meiner Single-Sammlung Peinlichkeiten wie “Woodpeckers from Space” von den Video Kids?

Wo ist die Zeit hingegangen?

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Off-Topic: Impressionen aus dem Vereinigten Königreich

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Es war nicht ganz so schlimm wie letztes Jahr, als ich Nachts in Yerewan in einem Flieger ohne Strom sass und nach dem Stromausfall die Kabinenbeleuchtung während des ganzen Fluges flackerte: Aber wenn sich die Techniker der British Airways in der Kabine keine Mühe geben, ist man geneigt, die restliche Technik kritisch zu beäugen…

Ansonsten werde ich mir in Zukunft jegliche kritische Bemerkung bezüglich des britischen Essens, vor allem des aus Italien importierten, verkneifen, siehe Photo unten (ok, diese letzte noch: die Spaghetti Bolognese mit Minz-Sauce in Edinburgh fand ich unfair!)

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Diese Photos als Entschädigung dafür, dass ich keine vom Londoner Apple Store liefern kann, denn ich habe es einfach nicht geschafft zur Regent Street. Entschädigend war, dass auf der besuchten Konferenz an fast jedem Stand ein iPod zu gewinnen war (auch wenn ich keinen gewonnen habe).

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Produktivität: David Allens Getting Things done

Ich hatte vor kurzem Life Balance vorgestellt, welches den üblichen Aufgabenlisten überlegen ist. Allerdings kann nicht alles an Aktivitäten darin abgebildet werden: auf jedem Schreibtisch landet eine Menge Papier, in jeder Mailbox kommen täglich unzählige E-Mails an, und Life Balance bietet (zunächst) keine unmittelbare Hilfe. Das ist der Punkt, wo David Allens Getting Things Done ins Spiel kommt.

Getting Things Done, von Anhängern auch einfach GTD genannt, ist die Beschreibung der Organisations-Methode David Allens, der 20 Jahre lang als Berater über 1.000 Menschen geholfen hat, organisierter und dadurch produktiver zu arbeiten. Letztendlich hat er ein System geschaffen, welches in einem positiven Arbeitsstil Klarheit schafft, was wann wie zu tun ist. Gleichzeitig weist Allen darauf hin, dass kein System allgemein gültig sein kann, aber es ist immer noch besser, überhaupt etwas zu tun als gar nichts. Allerdings, hat man erst eine Verbesserung der Produktivität auf einer Ebene erreicht, so stellen die Herausforderungen der nächsten Ebene die gerade erst funktionierenden Regeln wieder auf die Probe.

Allens System basiert auf zwei Punkten:

  1. Alles, was erledigt werden muss, wird in ein logisches System gebracht, von dem man weiss, dass man sich darauf verlassen kann. Mit diesem System ist nicht der Kopf gemeint.
  2. Zu jedem Input (alles, was irgendwie rein kommt, wird Input genannt) wird eine durchgängige Entscheidung getroffen.

Es muss deswegen alles in das System gebracht werden, da sich der Geist ansonsten damit beschäftigt und nicht frei ist; nur wenn das System zuverlässig ist, vertraut das Unterbewusstsein diesem System und erinnert einen nicht ständig daran, was eigentlich getan werden müsste (und das meistens zu einem Zeitpunkt, an dem man gar nicht daran arbeiten kann).

So ist es recht heilsam, erst einmal Inventur zu führen und alles aufzuschreiben, was getan werden muss. Oft sind es auch Verpflichtungen, die man sich selbst auferlegt hat. Hier gilt es zu klären, worin die Verpflichtung besteht und was getan werden muss, um sie erfüllen zu können. Gleichzeitig ist es wichtig, wie die Verpflichtungen aufgeschrieben werden: neben dem ergebnisorientierten Denken ist der wichtigste Faktor der, den nächsten Schritt aufzuschreiben, der getan werden muss. Also zum Beispiel nicht Reifen wechseln sondern Werkstatt anrufen wegen Termin für Reifenwechsel. Mit anderen Worten, Aufgabenlisten sollten nicht eine Ansammlung von Angelegenheiten sein, sondern auszuführende Arbeitsschritte.

Besonders fasziniert hat mich der Ablauf, den Allen auf seiner Website kostenlos als PDF zum Download anbietet. Denn das erste Hindernis, was es zu überwinden gilt, ist die Entscheidung, um was es sich eigentlich handelt, was da gerade als Input hereingekommen ist, das Erfassen: Kann man überhaupt ein Aktion damit durchführen? Ist es etwas, was von Wert sein könnte jetzt? Irgendwann? Je nachdem, was die Antwort ist, gibt es eine Entscheidung und eine Aktion, die durchzuführen ist. Allein dieser Ablauf erlaubt es mir, meinen Schreibtisch und meine E-Mail-Inbox innerhalb kürzester Zeit durchzuarbeiten. Keine Panik oder ein schlechtes Gewissen mehr, dass irgendwo zwischen den Mails oder den Papierstapeln eine wichtige Information oder ein Baustein meines Projektes schlummert, der mir im nächsten Moment ein Bein stellen könnte.

Dies ist nur ein kurzer Abriss des GTD-Systems. Jedem, der über zuviel Arbeit und Stress klagt, sei die deutsche Ausgabe mit dem etwas unbeholfen übersetzten Titel Wie ich die Dinge geregelt kriege, die bei Amazon weniger als 10 Euro kostet, ans Herz gelegt.

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