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Tom Alby

Interviews für Abschlussarbeiten

2010-12-12


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Lieber Student,

wenn Sie diesen Text lesen, dann wahrscheinlich, weil ich Ihnen den Link dazu geschickt habe. Sie haben mich nach einem Interview o.ä. für eine Abschlussarbeit gefragt. Sowas habe ich in der Vergangenheit oft gemacht, jetzt aber nicht mehr. Der Grund: Man investiert viel Zeit, kriegt meistens nicht mal ein “Danke” zurück, und die versprochene Arbeit gibt’s dann auch nicht. Traurige Höhepunkte waren zum Beispiel Anfragen via XING, wo ich keine Antwort schicken konnte, weil der Student keine Nachrichten von Fremden erhalten wollte, oder Anfragen zu Themen, für die ich sicherlich kein Experte bin, aber da ich ja schon mal ein Buch geschrieben habe, würde das schon irgendwie passen. Keine Ahnung außerdem, wie man auf den Gedanken kommen kann, dass man mehrmals die Woche mindestens 90 Minuten Zeit für ein Telefoninterview hätte.

Robert Basic hatte auch schon mal darüber geschrieben, es scheint also nicht unbedingt an der Qualität meiner Antworten zu liegen, dass ich nach Absenden meiner Antwort nie mehr etwas von dem mit meiner Zeit beschenkten Studenten höre. Natürlich tue ich Ihnen damit vielleicht Unrecht, schließlich habe ich auch schon sehr nette Gesprächspartner kennengelernt, die zum Teil sogar prominent wurden. Aber tatsächlich sind das die wenigen 10%, die nicht nur gut durchdachte Fragen stellen (solche, über deren Antworten ich nachdenken muss und die man nicht sowieso irgendwo nachlesen könnte), sondern sich auch noch bedanken und dann die Arbeit wie versprochen auch zuschicken. Die restlichen 90% haben mir viel Zeit geklaut, und bei denen dürfen Sie sich nun bedanken.

Es tut mir also leid, dass ich Ihre Anfrage negativ beantworten muss.

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