Cloud vs NAS: Daten sicher sichern

Bis vor einiger Zeit war ich ein großer Fan von DropBox, da es mir einmal ein Buchprojekt gerettet hatte: Die Festplatte meines Laptops fing an zu klackern, iMac gestartet, kurz gewartet bis die Synchronisierung durch war, und lediglich ein Satz fehlte. Das ist bald 10 Jahre her, und seitdem ist viel passiert.

Natürlich kann man auch alles zuhause auf einer externen Festplatte oder einer NAS speichern. Bei einer NAS sind wir schon bei einigen 100€, wenn man ein RAID-Setup wählt. Bei diesem Redundant Array of Independent Discs werden mehrere Platten gespiegelt, so dass das Backup nicht weg ist, sollte eine Festplatte defekt sein. Und nur weil eine Festplatte noch Garantie hat oder sehr teuer war, bedeutet das nicht, dass sie nicht kaputt geht. Das Problem bei einer NAS: Sie ist trotzdem nicht sicher. Einbruch, Wasserschaden, Feuer, Putzfrau stößt die NAS um, all das kann jedes Backup zerstören. Daten zuhause sind nicht sicher. Punkt.

Die üblichen Cloud-Verdächtigen wie DropBox, Google Drive, Amazon CloudDrive und Microsoft OneDrive haben den Nachteil, dass man entweder Bedenken hat, dass jemand anders auf die Daten zugreifen kann, entweder auf dem Weg zur Cloud oder in der Cloud selbst), oder dass das Verschlüsseln zusätzlichen Aufwand erfordert. Insbesondere Dropbox hat einen großen Vorteil: Es ist verdammt einfach zu nutzen. Die Daten werden gespiegelt, bereits übertragene Dateien bekommen grüne Häkchen, Backup sorgenlos. Anders als zum Beispiel bei TimeMachine werden Daten ständig gesichert, so dass es nicht jede Stunde zu einer Verlangsamung des Rechners kommt. Aber keine der üblichen Clouds bietet eine On-the-fly-Verschlüsselung an, so dass die Daten bereits verschlüsselt sind, bevor sie den eigenen Rechner verlassen. Entweder man verschlüsselt die Daten vorher (meist unpraktisch, auch wenn z.B. Cryptomator hier mittlerweile einiges an Komfort bietet), oder sie gehen halt so wie sie sind in die Cloud.

Eine Lösung ist die Kombination einer NAS mit einer Cloud. Zunächst einmal werden die Daten verschlüsselt von den Rechnern im Netzwerk auf der NAS gesichert (z.B. mit Apples TimeMachine), und dann werden diese Daten noch mal verschlüsselt in eine Cloud übertragen. Momentan bietet Amazon Prime-Mitgliedern zum Beispiel unbegrenzt viel Cloud-Speicher für 70€ an. Und Synologys NAS hat diese Möglichkeit des verschlüsselten Sicherns für Cloud-Speicher bereits implementiert.

Ganz empfindliche Gemüter werden einwerfen, dass TimeMachine und Synologys NAS nicht Open Source sind, es also Hintertüren geben kann, die Hacker o.ä. Zugriff auf die Daten geben, bevor sie verschlüsselt werden. Die FreeNAS wäre eine Alternative zu einer kommerziellen NAS, aber sie bietet noch kein Bordmittel an für das verschlüsselte Sichern auf einer Cloud. Eine Open Source-Alternative zu TimeMachine ist Duplicati. Allerdings, wenn man eh schon auf dem Mac ist, dann macht TimeMachine auch nicht mehr viel aus 🙂

Filed under: AllgemeinTagged with: , , ,

No comment yet, add your voice below!


Add a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Comment *

Name *
Email *
Website