Warum Druck auf “die Technik” immer das Gegenteil bewirkt

Ich bin jetzt seit über 20 Jahren im IT-Bereich, davon einige Zeit als Entwickler, und wenn ich ein immer wiederkehrendes Muster sehe, dann, dass diejenigen, die versuchen unnötigen Druck auf Entwickler oder Techniker auszuüben, fast immer das Gegenteil erreichen. Das verstehen sie meistens nicht, weil sie sich im Recht sehen. Aber es ist eigentlich ganz einfach zu verstehen. “Warum Druck auf “die Technik” immer das Gegenteil bewirkt” weiterlesen

Kindle Clippings Manager

Neue Version: Alle Feature-Wünsche aus den Kommentaren wurden erfüllt. So können die Artikel nun sortiert und exportiert werden!

Der Amazon Kindle ist ein spannendes Gerät, unter anderem auch, weil man seine Notizen zu Textstellen exportieren kann. Leider erhält man dann aber nur eine Datei mit allen Notizen, die man jemals gemacht hat, so dass man einzelne Notizen länger suchen muss. Dieses Problem löst der Kindle Clippings Manager.

Die Bedienung ist einfach:

  1. Starten
  2. Auf “Import Clippings” klicken
  3. Die Datei “My Clippings.txt” auf dem Kindle suchen
  4. Die Clippings erscheinen in dem Manager. Fertig.

Wichtig: Dieses Tool macht nur dann Sinn, wenn man ein Kindle-Gerät hat, sie funktioniert nicht mit der Kindle-Software für Mac, PC oder Tablet!

Download:

Featurewünsche bitte in die Kommentare schreiben!

Software

Die hier vorgestellte Software kommt ohne jegliche Gewährleistung, Installation und Betrieb auf eigene Gefahr 🙂

sendmail 8.13.3 und SMTP AUTH

(Warnung: Ich bin nicht der große Linux-Sysadmin, darum die folgenden Zeilen bitte mit Vorsicht genießen!)

Es hat mich immer gewurmt, dass die sendmail-Konfiguration meines Rootservers (SuSE Linux 9.3) keine Mails nach außen versenden wollte, sondern stattdessen alle Mails stets nur in /var/mail/(benutzername) landeten. Die folgenden Änderungen funktionieren bei mir, und eventuell ist das ein schrecklicher Hack, der zu üblen Nebenwirkungen führen kann, darum alles ohne Gewähr. “sendmail 8.13.3 und SMTP AUTH” weiterlesen

LaTeX und die verbatim-Umgebung

Da es im neuen WordPress-Buch jede Menge Beispiel-Code geben wird, habe ich dafür die verbatim-Umgebung genutzt. Leider zeigt diese das Zeichen ‘ als ´ an, was für die Code-Beispiele etwas suboptimal ist:

falsch.jpg

Dies reiht sich ein in die mittlerweile schon länger gewordene Liste von Problemchen, die ich mit LaTex habe. Abhilfe schafft hier das Paket upquote, das bei vielen Distributionen schon dabei ist und im Header der Tex-Datei so eingebunden wird:

[code]
\usepackage{upquote}
[/code]

Danach wird das korrekte Zeichen verwendet:

richtig.jpg

Wenn ich demnächst mal Zeit habe, dann stelle ich eine Liste aller Fixes zusammen, die ich für meine Buchprojekte mittlerweile angesammelt habe.

LaTeX: Besser als Word?

Hiermit lege ich den Grundstein für einen üblen Flamewar, der sogar die legendären Windows versus Mac-Gefechte im Heise-Forum übertrumpfen könnte. Ich wage es, die ketzerische Frage zu stellen, ob LaTeX wirklich besser als Word ist.

Zunächst einmal ist das ein ganz übler Vergleich, denn Word ist eine WYSIWYG-Textverarbeitung und LaTeX ein Textsatzsystem; man kann Word mit WordPerfect vergleichen, aber nicht Word mit LaTeX. Ich schaue aber von einer ganz anderen Perspektive auf die Kontrahenten: Welches System eignet sich besser, um damit ein Buch zu schreiben?

Im Studium hatte ich, nach Ausflügen mit WordPerfect und anderen ausgestorbenen Arten, Microsoft Word für Hausarbeiten in der Linguistik genutzt. Doch je länger diese wurden, desto mehr nervte mich, dass die Fußnoten und Grafiken nie da blieben wo sie waren und ich mich außerdem um Formatierungen kümmern musste, die mich an den Rande des Wahnsinns trieben. In meinem anderen Fach, Informatik, musste ich im Grundstudium eine Arbeit mit LaTeX schreiben, und seitdem (ca. 1995) habe ich fast jeden längeren Text mit LaTeX geschrieben und war davon überzeugt, dass nur damit Perfektion erreicht werden kann. Mein Ausflug mit Word für die erste Auflage des SEO-Buchs war für mich eine schmerzvolle Bestätigung, dass ich Word zwar gerne für kurze Texte nutze, aber Word und ich bei längeren Texten getrennte Wege gehen mussten.

Bei der ersten Auflage des Web 2.0-Buchs hatte ich den Verlag darum gebeten, mein Manuskript mit LaTeX schreiben zu dürfen, was zwar nicht auf Begeisterung, aber zumindest auf Verständnis stieß. Als die zweite Auflage des Suchmaschinenoptimierungsbuchs anlag, konvertierte ich alle Dateien manuell von Word nach LaTeX. Gleichzeitig bemerkte ich, dass es mit LaTeX doch nicht so einfach schien, sei es, weil zweistellige Fußnoten den Fußnotentext berührten, oder weil ich durch die enge Zusammenarbeit mit der Druckerei von Textsatzregeln erfuhr, die mir bislang verborgen waren und sich erst jetzt offenbarten: Schusterjungen und Hurenkinder (einzelne Zeilen unten bzw. oben auf einer Seite, die Eselsbrücke des Setzers möchte ich nicht veröffentlichen, weil nicht jugendfrei) sind ein No-Go, doch LaTeX bewahrt einen davor nicht. Dabei wäre das wahrscheinlich nicht nur einfach für LaTex, sondern es ist auch unbedingt notwendig, um einen ausgewogenen Satz auf der Seite herzustellen. Momentan setze ich ein \newpage vor jeden Schusterjungen, und Hurenkinder ergänze ich mit so viel Text, dass aus einer zwei Zeilen werden.

Jetzt beim WordPress-Buch wie auch bei der dritten Auflage des Web 2.0-Buchs stosse ich auf Probleme, die mich viele Stunden kosten:

  • Bildunterschriften sind linksbündig, wenn sie über mehrere Zeilen gehen, aber zentriert, wenn sie nur einzeilig sind. Zu beheben ist das nur durch die Nutzung des Pakets caption oder caption 2 und eigentlich dem Befehl \usepackage[center]{caption}. Bei mir hat das leider nicht funktioniert, weil die vom Verlag bereitgestellte sty-Datei bereits einen Eintrag hatte, der sich um die Caption kümmerte (\RequirePackage{caption}). Glücklicherweise kann man auch hier die Option [center] reinschieben.
  • Von der Druckerei wurde ich darauf hingewiesen, dass Wörter wie “eine” nicht getrennt werden sollten. Hier hätte ich auch erwartet, dass LaTeX das alleine hinbekommt. Ich hatte nicht genug Zeit, mir anzuschauen, wie ich die Hyphenation-Muster ändern kann, so dass ich um die von der Druckerei bemängelten Fälle ein \mbox{} gelegt habe.
  • In dem WordPress-Buch biete ich jede Menge Code-Beispiele. Leider macht LaTex in der Verbatim-Umgebung aus einem ‘ ein `. Bisher habe ich hier keine Lösung gefunden.

Ich bin immer noch mehr als begeistert von TeXShop, einer wunderbaren LaTeX-Lösung für den Mac, aber selbst hier sitze ich ziemlich allein mit meinen zeitfressenden LaTeX-Problemen. In solchen Momenten wünsche ich mir die Einfachheit von Word, am besten vereint mit den Vorzügen von LaTeX. Ich werde nicht so schnell ein Buch mit Word schreiben (mal sehen, was Office 2008 an Neuerungen mit sich bringt), aber ich werde niemandem mehr guten Gewissens LaTeX für ein Buchprojekt empfehlen, denn dafür fehlen LaTeX die Grundlagen des Drucksatzes.

Von den Schwierigkeiten, einen guten Mail2Fax-Service zu finden

Eigentlich hatte ich gedacht, dass es Mail2Fax-Services wie Sand am Meer geben müsste. Gibt es auch, nur nicht solche Services, die man auch wirklich ernsthaft gebrauchen kann.

Der Use Case: Ich habe ein Dokument, das ich unterschrieben an ein Unternehmen faxen muss. Dieses kann ich einscannen und dann als PDF auf meinem Rechner speichern. Ich könnte auch meine Unterschrift einscannen und diese in ein Dokument einfügen und dann daraus ein PDF erstellen. Die zweite Option sieht nicht wirklich gut aus, und ich hab keine Zeit, mich darum zu kümmern. Im nächsten Schritt möchte ich diese PDF-Datei in eine Mail stecken und an ein Mail2Fax-Gateway senden, welches die Datei als Fax an die im Betreff oder sonstwo angegebene Faxnummer sendet, im besten Fall mit einem Header, in dem meine Faxnummer und mein Name steht. Sollte nicht so schwer sein. Ich will außerdem nicht monatlich dafür bezahlen, sondern nur pro Fax, denn manchmal verschicke ich monatelang kein Fax. Klingt doch alles ganz einfach, oder?

Mein erster Gedanke war web.de. Tatsächlich kann man dort ein Fax verschicken von der Weboberfläche, aber leider keine Dokumente anhängen. Gestorben. Dann dachte ich an das Unified Messaging von Puretec/Schlund & Partner/1&1/United Internet, schliesslich war dies das Schlagwort, das in ihren bunten, aus jeder Computerzeitung purzelnden Prospekten stets besonders fett gedruckt war. Zwar ist web.de mittlerweile eine Tochter der United Internet, aber ich hatte immer noch die Hoffnung, dass die Services noch nicht konsolidiert wurden und es bei Puretec/1&1 ein anderes Produkt gäbe. Tatsächlich wird so etwas angeboten, allerdings nicht in meinem sauteuren Hostingtarif. Nur wenn ich DSL auch noch nähme, dann könnte ich das Mail2Fax-Gateway nutzen. So aber kann ich wieder nur ein Fax von einer Weboberfläche versenden.

Klickt man auf einen der vielen Werbelinks bei einer Suchmaschine nach der Suche “mail2fax”, so findet man in der Regel lediglich Services, die monatlich abkassieren. Erst nach einiger Zeit habe ich ein Angebot gefunden, das zwar eine Einrichtungsgebühr von wenigen Euro erfordert, aber danach nur noch pro Fax abkassiert; der Provider heisst Xaranet. Zwar wird der Zugang anscheinend erst nach einer langsamen Banküberweisung freigeschaltet und ist nichts für Kurzentschlossene, aber das Geld wird nicht auf ein Konto in den Bahamas überwiesen, sondern auf das einer deutschen GmbH. Der Geschäftsführer, Timo Dreger, beantwortet nicht nur höchstpersönlich Supportmails, sondern schreibt auch ein eigenes Unternehmensblog.

Es gab einige kleine Startschwierigkeiten, aber nachdem ich das Prinzip verstanden hatte, kann ich nun endlich Faxe verschicken, ohne mir ein Gerät kaufen zu müssen oder eine zweite Leitung zu beantragen. Interessant, dass es noch keine Web 2.0-ige Lösung gibt, sowas wie DropSend für Faxe; ich hatte vor einiger Zeit noch gedacht, dass Faxe eine aussterbende Art wären, aber manche Dinge lassen sich einfach noch nicht mit E-Mail oder Skype lösen. Umso überraschender, dass es nur so wenige Anbieter gibt.

Lust und Unlust des Programmierens

Ich glaube, es gibt zwei Arten von Problemen beim Erstellen eines Programmes:

  • Der erste Fall macht das Programmieren so spannend, er erinnert an das Lego-Spielen als Kind: Es gibt ein Problem, und man “bastelt” am Algorithmus, um das Problem zu lösen.
  • Der zweite Fall ist der Krampf schlechthin: Man weiss, wie der Algorithmus funktionieren sollte, aber die Programmiersprache der Wahl ist zickig und akzeptiert die Parameter nicht so wie sie übergeben werden und so weiter. Ungefähr so als ob man was mit Fischer-Technik bauen wollte, und dann passen die Teile nicht zusammen.

Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass man ein Anführungszeichen in RealBasic mit einem Anführungszeichen quoted? Ich nicht, und es hat mich mehr als 1 Stunde gekostet dies herauszufinden. Und warum ist das Benutzerhandbuch einer 400 Dollar-Software so schlecht, dass man alles in Foren nachlesen muss?