Ingress und Die Welle

Ab und zu erinnert mich das Verhalten mancher Ingress-Spieler an Die Welle. Zur Erinnerung: Ingress ist ein Spiel. Nur weil sich ein Mensch für eine andere Faction als die eigene entschieden hat, heißt das nicht, dass dieser Mensch ein schlechterer Mensch ist, von vornherein beim Spielen betrügt oder in der Schule nicht aufgepasst hätte. Es kann auch nicht sein, dass man als Spieler einer Faction Nachteile erfährt, weil man sich mit Spielern der anderen Faction trifft oder sogar befreundet ist.

Ich bin dankbar und froh, dass wir Ingress-Spieler in unserem Stadtteil als Menschen sehr gut miteinander auskommen. Hart im Spiel, aber ich freue mich jedes Mal, dass ich durch das Spiel neue Freunde gewonnen habe, egal welcher Faction sie angehören. Gleichzeitig ist es erschreckend zu sehen, wie bereits eine virtuelle Welt zu “Rassendenken” führen kann.

We love the robots

In der Zeit vom 17. Dezember 2014 berichtet Felix Lill von dem japanischen Forscher Hiroshi Ishiguro, der nicht nur von sich selbst eine Roboter-Kopie erstellt hat und diese auch auf Reisen schickt, um statt seiner Vorträge zu halten. Er nennt diese Kopien Gemonoide, und er hält es auch für möglich, dass wir eines Tages Roboter lieben können. Wenn Kinder bereits Gefühle für Tamagotchis entwickeln, warum dann nicht auch Menschen zu Robotern? “We love the robots” weiterlesen

Das Ende der Massenbeschäftigung

In der ZEIT vom 4. Dezember 2014 wird wieder über alternative Wirtschaftfsformen durch den technologiebedingten Wegfall von Arbeitsplätzen geschrieben, dieses Mal in einem Interview von Uwe Jean Heuser mit Jeremy Rafkin. Dieser zitiert eine Rede von Larry Summers aus dem Jahr 2001, der sagte, dass die Wirtschaft eine neue Revolution wie die der ELektrifizierung erleben werde, denn Grenzkosten für Video-, Audio- und Textinformationen werden auf fast 0 sinken. Gewinne könne man dann nur noch durch Monopole erzielen, aber man wisse noch nicht, welches System den Marktkapitalismus ablösen würde. Dies, so Rafkin, sei eigentlich paradox, denn die Marktwirtschaft hätte dann die effizientesten Märkte überhaupt geschaffen, nur gäbe es dann auch keine Gewinne mehr, so dass eine Wirtschaft des Teilens entstehen könne. “Das Ende der Massenbeschäftigung” weiterlesen

Die ganze Welt als Konkurrenz?

Als ich ein kleiner Junge war, ging ich jeden Morgen auf dem Weg zur Schule an einem seltsamen Laden vorbei, vor dem Menschen rauchend und Bier trinkend standen. Meistens standen die meisten Menschen dort, manchmal eilten ein oder zwei dieser Menschen schnell davon. Erst viel später verstand ich, dass dies kein Laden war, sondern eine Vermittlung für Tagelöhner. Wir sprechen hier über die späten 70er und frühen 80er Jahre. “Die ganze Welt als Konkurrenz?” weiterlesen

Aus der Menschmaschine wird Mensch gegen Maschine

Roman Pletter schreibt in der ZEIT-Ausgabe 29/2014 über den potentiellen Wegfall hochqualifizierter Jobs durch immer besser werdende Algorithmen. In der so genannten zweiten maschinellen Revolution können Maschinen selber lernen (so etwas habe ich 2006 schon bei Ask.com gemacht, in einem ganz kleinen Rahmen…), nur dass es mittlerweile auch für mehr reicht als im Schachspiel zu gewinnen. “Aus der Menschmaschine wird Mensch gegen Maschine” weiterlesen

Die Lüge der Shared Economy

Einen herausragenden Text über die Shared Economy hat Tilman Baumgärtel für die ZEIT-Ausgabe 27/2014 abgeliefert. Darin schreibt er, dass das Schwärmen “von einer nachhaltigeren, partizipativeren Wirtschaft” den Unternehmen gegenüber steht, die sich ausgerechnet an dieser so sozialeren Teile-was-Du-hast-Wirtschaft bereichern wollen. Zum einen unterlaufen laut Baumgärtel Unternehmen wie Uber angeblich Arbeitsstandards und Rechtsvorschriften. Zum andern sind diese Unternehmen nun die Mittelsmänner, durch deren Ausschalten sie angeblich günstiger seien. Ob Uber für einen Taxifahrer wirklich besser ist, da er nun ja nicht mehr die Funkzentrale bezahlen muss, sei fraglich. Baumgärtel sieht außerdem die Gefahr eines neuen Prekariats aus Tagelöhnern, die nur von Arbeitsbörsen leben können: “So entsteht eine Schattenwirtschaft, die wenig mit dem ursprünglichen Ziel der Sharing-Economy zu tun hat, ungenutzte Ressourcen durch gleichberechtigten Tausch zwischen Anbietern produktiv zu machen.” Und da jeder sozusagen selbständig sei, könne man sich auch nicht mehr organisieren für bessere Bedingungen. “Die Lüge der Shared Economy” weiterlesen

Erinnerungen ans Studium

Lochkarte

Am Wochenende habe ich in alten Kartons gewühlt, unter anderem in zwei Kartons, in denen ich meine Unterlagen von der Uni untergebracht hatte. Getreu dem Motto des studentischen Dreikampfs “Kopieren, lochen, abheften” befanden sich dort mehrere Ordner mit Kopien von Artikeln und ganzen Büchern, die man nicht entleihen konnte, diese aber dringend für die Hausarbeiten benötigte. Schein-Formulare habe ich auch noch gefunden, ich vermute, dass man heute keinen schriftlichen Schein mehr bekommt, sondern alles elektronisch geregelt wird? “Erinnerungen ans Studium” weiterlesen

Das Konzept der Digital Natives auf dem Prüfstand

Es war angeblich Marc Prensky, der den Begriff der Digital Natives prägte, eine Umschreibung für die nach 1980 geborene Generation, die mit Computern, Mobiltelefonen und dem Internet aufgewachsen ist. Dem gegenüber sollen die Digital Immigrants stehen, also diejenigen, die nicht in dem digitalen Land geboren wurden, sondern erst später einwanderten, weil ihre Geburt stattfand, als das digitale Land noch gar nicht existierte. “Das Konzept der Digital Natives auf dem Prüfstand” weiterlesen