Search Inside Yourself

Ich hatte Anfang des Monats die Möglichkeit, das Seminar Search Inside Yourself zu besuchen. Initiiert wurde es von Meng, einem Softare-Entwickler bei Google, und mittlerweile kann das Seminar auch außerhalb von Google besucht werden. Viele Seminarteilnehmer berichten, dass es ihr Leben verändert hätte, und manche haben nach dem Seminar ganz neue Wege eingeschlagen. Wenn ich so etwas lese, dann werde ich zunächst einmal skeptisch, denn das klingt für mich sehr esoterisch und alles andere als anziehend. Es gibt aber auch wissenschaftliche Indizien dafür, dass Meditation und Achtsamkeitsübungen einen positiven Einfluss auf das Gehirn haben, insbesondere auf die Konzentrationsfähigkeit. Ein Versuch ist es wert, dachte ich mir.

Anders als die Kollegen in Mountain View habe ich das Seminar mehrere Tage hintereinander gehabt und nicht einzelne Tage über mehrere Wochen. Es waren zweieinhalb sehr intensive Tage. Ich werde nicht alles aus dem Training erzählen, es gibt auch ein sehr gutes Buch dazu, welches in jeder Hinsicht besser ist als das, was ich hier schreiben kann (das bereits 2012 gekaufte Buch hatte mich übrigens dazu bewegt, das Seminar zu belegen). Es gibt aber auch ein paar Unterschiede zum Buch, der wichtigste ist sicherlich der, dass man während des Seminars nicht anders kann als die Übungen durchzuführen.

Eine Meditations-Übung ist mir besonders in Erinnerung geblieben, die mit dem Konzept “Kindness” (am ehesten mit Liebenswürdigkeit oder Nächstenliebe zu übersetzen) zu tun hat. Man sitzt einem anderen Teilnehmer gegenüber, in meinem Fall war es eine junge Kollegin, mit der ich vorher nie gesprochen hatte. Wir sollten uns das Gesicht des anderen einprägen und dann die Augen schließen. Und dann kamen Sätze wie:

  • Dein Gegenüber hat einen Körper und einen Geist/Seele (mind), so wie Du.
  • Dein Gegenüber hat Gefühle und Gedanken, so wie Du.
  • Dein Gegenüber hat in seinem Leben Traurigkeit gespürt, Enttäuschung, Verletzungen und Verwirrungen, so wie Du.
  • Dein Gegenüber wünscht sich frei von Angst, Schmerz und Leiden zu sein, so wie Du.
  • Dein Gegenüber wünscht sich gesund, geliebt und glücklich zu sein, so wie Du.
  • Nun wollen wir uns etwas wünschen für Dein Gegenüber:
  • Ich wünsche meinem Gegenüber die Kraft, die Ressourcen und den emotionalen Support, durch die Schwierigkeiten im Leben zu navigieren.
  • Ich wünsche meinem Gegenüber frei zu sein von Schmerz und Leiden.
  • Ich wünsche meinem Gegenüber glücklich zu sein.
  • Denn mein Gegenüber ist ein menschliches Wesen, so wie ich.

Dann öffneten wir unsere Augen. Ich kann das Gefühl kaum beschreiben, das ich in dem Moment hatte.

Hier ist Mengs Vortrag bei den Vereinten Nationen, man kann deutsche Untertitel dazu schalten:

Und hier ein paar weitere Links:

Interviews für Abschlussarbeiten

Lieber Student,

wenn Sie diesen Text lesen, dann wahrscheinlich, weil ich Ihnen den Link dazu geschickt habe. Sie haben mich nach einem Interview o.ä. für eine Abschlussarbeit gefragt. Sowas habe ich in der Vergangenheit oft gemacht, jetzt aber nicht mehr. Der Grund: Man investiert viel Zeit, kriegt meistens nicht mal ein “Danke” zurück, und die versprochene Arbeit gibt’s dann auch nicht. Traurige Höhepunkte waren zum Beispiel Anfragen via XING, wo ich keine Antwort schicken konnte, weil der Student keine Nachrichten von Fremden erhalten wollte, oder Anfragen zu Themen, für die ich sicherlich kein Experte bin, aber da ich ja schon mal ein Buch geschrieben habe, würde das schon irgendwie passen. Keine Ahnung außerdem, wie man auf den Gedanken kommen kann, dass man mehrmals die Woche mindestens 90 Minuten Zeit für ein Telefoninterview hätte. More

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