Die Digital Analytics Association ist Geschichte – und keinen interessiert es

Ein bisschen überraschend war das schon. Ich hatte mit Jim Sterne vor kurzem noch gemailt, als es um den deutschen Ableger ging. Die DAA hatte meinem Webanalyse-Buch auch ein Geleitwort gespendet. Ein bisschen schade ist es schon.

Wer es nicht weiß: Die DAA war früher die WAA, die Web Analytics Association, und sie hat die meistgenutzte Definition von Web Analytics geschaffen. Zwar war diese Definition schon lange nicht mehr auf der Webseite zu finden, aber das hat die meisten Wissenschaftler, die die Zitate aus anderen Papern kopieren, nicht interessiert.

Wie aber kann es sein, dass trotz der Wichtigkeit von Daten eine solche Organisation aufgibt? Es könnte zum Beispiel daran liegen, dass viele zwar Google Analytics & Co installiert haben, aber die Daten gar nicht genutzt werden. In meinem letzten Paper, das leider noch nicht öffentlich ist, kam heraus, dass den meisten Anwendern auch gar nicht klar ist, dass das Einbinden des GA-Codes nicht ausreicht, um datengetrieben zu arbeiten. Und vielleicht liegt es auch ein bisschen an der DAA selbst, dass sie es nicht geschafft hat, die eigene Relevanz deutlich zu machen.

Ich war zuletzt nur noch aus Nostalgiegründen Mitglied. Dabei hatte ich meinen Studierendenstatus ausgenutzt, um die Mitgliedsbeiträge etwas zu senken.

Die Website ist bereits nicht mehr erreichbar.

Werden meine Texte gelesen? Analytics-Implementierung im Detail

Zum Jubiläum der Website Boosting (60. Ausgabe!) gibt es hier einen Deep Dive, wie man einen benutzerdefinierten Bericht zu den bis zum Ende gelesenen Texten erstellen kann. Dies ist eine Ergänzung zu meiner vierteiligen Serie “Webanalyse: Wie aus Daten Taten folgen”, in der 60. Ausgabe findet sich der 3. Teil. Grundsätzlich hatte ich über das Thema auch schon einmal hier geschrieben im Vergleich zur Scrolltiefe. Dies ist ein Beispiel dafür, wie benutzerdefinierte und berechnete Messwerte verwendet werden können.

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Warum die durchschnittliche Sitzungsdauer in Analytics kompletter Quatsch ist

Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Webanalyse, angefangen mit Serverlogfiles und heute mit zum Teil abgefahrenen Implementierungen von Tracking-Systemen. Die Möglichkeiten werden immer besser, aber nicht alles ist besser geworden. Denn ein Aberglaube ist einfach nicht totzukriegen, nämlich dass Time on Site oder die “durchschnittliche Sitzungsdauer” eine gute Metrik ist, beziehungsweise dass die angegebenen Werte überhaupt stimmen, Darum hier einmal schwarz auf weiß: In einer Standardimplementierung wird die Time on Site nicht richtig gemessen, egal ob in Adobe Analytics oder Google Analytics oder Piwik oder sonstwas.

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Das optimale Tracking-Konzept oder Der Segeltörn ohne Ziel


Wie oft habe ich beim Thema Tracking-Konzept schon den Satz gehört “Lass uns einfach alles tracken, wir können uns doch später Gedanken machen, was wir eigentlich brauchen. Aber das Tracking-Konzept kann natürlich schon geschrieben werden!”

Stellen wir uns einmal vor, wir wollen mit einem Segelboot einen Törn unternehmen und wir sagten “Keine Ahnung wo wir hin wollen, lass uns doch einfach alles mitnehmen, was wir für alle Eventualitäten benötigen könnten”. Unser Boot würde sinken bevor der Törn begonnen hat. Wir wüssten nicht, ob wir Wasser und Konserven für einen Tag oder mehrere Wochen mitnehmen müssten, ob wir Winterkleidung oder Sommerkleidung benötigen und so weiter. Aber um auf Nummer Sicher zu gehen, kaufen wir einfach den ganzen Segelbedarfsladen leer, irgendwas davon werden wir schon brauchen. Und haben nun mehr, als das Schiff an Last ertragen kann. Weiterlesen