Braun Atelier – Hifi aus den 80ern

Ich habe noch keinen Minimalismus-Bericht für den September abgegeben, aber eine Anschaffung aus dem September ist hier zu sehen, verschiedene Komponenten einer Braun Atelier-Anlage. Hintergrund ist, dass ich manchmal gerne in Ruhe etwas auf den Kopfhörern hören möchte, das aber nicht möglich ist, wenn gerade ein Film geschaut wird, da dafür derselbe Verstärker genutzt wird. Ich wollte aber nicht wieder viel Geld für eine neue Anlage ausgeben, zumal heutige Geräte alles können, aber nicht das, was ich brauche. Unser NAD c700 zum Beispiel ist wirklich toll, allerdings hat er keinen Kopfhörerausgang. Ja, man könnte die Airpods da anschließen, aber wie oben schon gesagt, wenn da eh ein Film drauf geschaut wird, nützt mir das nix. Also habe ich mich auf die Suche nach etwas Gebrauchtem gemacht.

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Andrea Mastroni


 

Die Serie der Berliner Philharmoniker über die Goldenen 20er begann mit einer Symphonie von Weill und Oedipus Rex von Strawinsky. Und hier war der Bass Andrea Mastroni zu sehen und zu hören. Tatsächlich hatte ich ihn schon mal in Hamburg live gesehen, und zwar in der von mir nicht wirklich gemochten neuen Inszenierung der Zauberflöte:

Der Bass hat eigentlich Klarinette gelernt und scheint ein Faible für Gothic-artige Ästhetik zu haben:

Sehr zu empfehlen ist sein Album Melancholia, aus dem auch das folgende Stück stammt:

 

Phoniebox: Vom MVP zur richtigen Box (Toniebox-Alternative)

Vorab: Die erste Phoniebox, mein MVP (Minimum Viable Product) in einem Pappkarton, ist extrem gut angekommen, zum Teil werden die beklebten und bemalten RFID-Karten wie der größte Schatz behandelt und sogar versteckt oder mit zum Tisch gebracht. Zeit also, aus dem MVP eine richtige Box zu bauen. Wer den ersten Teil über meinen MVP nicht gelesen hat, die Phoniebox ist eine Open Source-Alternative zur Toniebox zum Selberbauen. Der Vorteil ist, dass man keine teuren Tonies kaufen muss, sondern günstige RFID-Karten oder -Sticker verwenden kann, um damit selbst ausgewählte Musikdateien abzuspielen.

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Phoniebox, die günstige Alternative zur Toniebox (mein erster Prototyp und MVP)

Wenn ich irgendetwas geliebt hatte als Kind, dann war es stundenlang Schallplatten oder Kassetten zu hören. Unser Nachwuchs hört auch gerne Musik, glücklicherweise stehen die bekannten Arien aus der Zauberflöte hoch im Kurs, aber auch Kraftwerks Roboter oder Herman van Veens seltsame Abenteuer. Wie kann man aber Kleinkindern heute in der Spotify- und Sonos-Welt einen geeigneten Zugang zu “ihrer” Musik geben?

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Weder schwarz noch weiß – Oder was die Zauberflöte heute noch zu sagen vermag

Vorab: Ich war ein großer Verehrer der Achim Freyer-Inszenierung der Zauberflöte an der Hamburgischen Staatsoper, die bei ihrer Premiere 1982 neben Applaus auch Buhrufe bekam. Diese Inszenierung war aufgrund ihrer Verspieltheit nach über 30 Jahren gefühlt immer noch modern, und ich habe sie bestimmt ein Dutzend Mal gesehen. Die Interpretation, dass Tamino alles geträumt haben könnte und sich deswegen zum Schluß selbst beobachten kann, fand ich zwar stets eigenwillig, aber die Bilder Freyers waren einfach wunderschön.

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Revols Custom-Fit Wireless Earphones Erfahrungen oder warum ich Kickstarter trotzdem liebe


This is not a love song. Dies ist auch keine Liebesgeschichte. Zumindest nicht über dieses Produkt. Dies ist die Geschichte des Kickstarter-Projekts von Revols, in dem es um eine super Idee ging, die aber irgendwie nicht zu einer Erfolgsstory wurde. Im Januar 2016 finanzierte ich die Kickstarter-Kampagne von Revols mit, $219 für Kopfhörer, die sich automatisch meinem Ohr anpassen. Eine super Geschichte, dachte ich, denn meinen Ohrschutz, den ich bei Konzerten oder beim Schlagzeugspielen immer trage, habe ich beim Hörgeräte-Akustiker auch für knapp 200€ damals erstellen lassen, und ich bin nach vielen Jahren immer noch schwer überzeugt davon. Für das gleiche Geld dann Wireless Kopfhörer bekommen? Wunderbare Idee.

Hier das Kickstarter-Video, das mich überzeugt hatte:

 

Im Juni 2016 sollten die Kopfhörer ankommen. Mit etwas mehr als zwei Jahren Verspätung kam das Produkt tatsächlich an. Knapp 40€ Zoll noch drauf. Ärgere ich mich darüber? Nein, kein bisschen, Es geht hier um ein komplett neues Produkt, und man kann die Gründer nur bewundern, dass sie trotz aller Widerstände durchgehalten haben. Zwischendurch wurden sie von Logitech gekauft, die Wahrscheinlichkeit nix mehr zu sehen war also gering. Es ist auch nicht mein erstes Produkt, das ich bei Kickstarter gekauft habe, das Vi war auch so ein Projekt, das erst mal ein paar Kinderkrankheiten überstehen musste. Das ist halt das Risiko eines Early Adopters

Was an den Revols suboptimal ist

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as stört mich also? Zunächst einmal, die Kopfhörer sind riesengroß. Ja, das hätte mir schon im Video auffallen müssen. Aber wenn man sie dann wirklich in der Hand hat, dann wirken sie irgendwie größer. Ich hab sie zum Vergleich mal auf ein Reclam-Heft gelegt, das hat den Vorteil, dass wahrscheinlich jeder die Größe eines Reclam-Hefts kennt und so selber einschätzen kann, wie groß die Hörer sind. Ich frage mich, ob es nicht kleiner gegangen wäre.

Und dann… passen sie nicht einmal sonderlich gut. Sie fallen mir aus dem Ohr. Und ja, ich habe die Anleitung genau befolgt. Der Sound ist nicht besonders toll. Das kann natürlich daran liegen, dass sie nicht richtig sitzen. Aber selbst wenn ich sie mir ins Ohr drücke, dann klingen sie eher naja. Der Sound wirkt auf mich leise, der Bass kommt nicht richtig, selbst die Vi-Hörer sind besser.

Aus den angekündigten 8+6 Stunden Akku-Laufzeit (8 Stunden die Kopfhörer selbst und 6 Stunden der Zusatzakku) sind 5+5 Stunden geworden. Ich komme auf ca. 4+4 Stunden. Kommuniziert wurde die verringerte Akku-Laufzeit meines Wissens nach nicht.

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ann sind hier trotz Wireless jede Menge Kabel zu sehen. Das Aufladekabel wirkt nicht sehr stabil, und da an dem Kabel gezogen werden muss, wenn man die Auflademuscheln von den Aufladestäben trennen will, dann habe ich immer Angst, dass das dürre Kabel reisst. Zwar soll das so geprüft worden sein, aber so richtig stabil wirkt es eben nicht.

Insgesamt habe ich 250€ ausgegeben, und für das Geld hätte ich wahrscheinlich weniger Kabelsalat, mehr Qualität und eine schnellere Lieferung gehabt, dafür nur keine angepassten Hörer, die bei mir aber eh nicht gut passen. Tatsächlich stehe ich auch nicht allein da mit meiner Meinung, wenn ich mir andere Reviews auf YouTube ansehe:

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Warum ich Kickstarter trotzdem liebe

Was ich spannend finde ist die Tatsache, dass Kickstarter-Innovatoren auf eine parasitäre Industrie von Anbieterm treffen, die wenig Erfahrung mit der Produktion von solchen Produkten haben und die Preise in die Höhe treiben, sobald der Auftrag da ist. Das erklärt auch, warum manche Projekte so sehr in Schwierigkeiten geraten.

Aber wie der Autor dort selbst sagt, auf Kickstarter verzichten würde ich trotz mancher Enttäuschungen nicht. Denn man hat die Chance, neue Technologien zu erleben, bevor sie die große Masse in die Hand bekommt. Oder manchmal auch einfach eine smarte Idee zu finanzieren, die das Leben einfacher macht. Insgesamt habe ich schon eine kleine zweistellige Anzahl von Kickstarter- und Indiegogo-Projekten unterstützt. Manche wurden gecancelt wie das MOTI, manche Firmen gingen nach Auslieferung pleite wie die Hersteller vom Backbone, der Hangbird war eine der besten Anschaffungen überhaupt (und nicht wirklich Hightech), auf die Dokumentation über Dieter Rams freue ich mich wie ein Kleinkind, und auch wenn der Reward von Mine Kafon Drone eher symbolischer Natur war, die Idee die Welt von Landminen zu befreien, ist einfach nur wunderbar.

The Nomi Song


Habe heute Abend The Nomi Song gesehen, die Dokumentation über Klaus Nomi, der in Berlin geborene Countertenor, der Anfang der 70er Jahre sein Glück in New York versuchte und wenige Jahre Ruhm genießen konnte, bevor er 1983 als einer der ersten Berühmtheiten an AIDS verstarb. Ich habe Klaus Nomi das erste Mal Anfang der 80er Jahre gesehen, als er bei “Na Sowas” mit Thomas Gottschalk aufgetreten war, ich muss ungefähr 10 Jahre alt gewesen sein. Das Lied “Total Eclipse” kennen die meisten wahrscheinlich nur von Rosenstolz mit Marc Almond.

Die Dokumentation fand ich eher enttäuschend, da zum Beispiel der zeitliche Rahmen der einzelnen Karriereschritte Nomis unklar bleibt. Die Einflüsse der 20er Jahre (zum Teil erinnern mich die Kostüme an die Kostüme des Bauhaus-Theaters) bleiben fast unerwähnt. Trotzdem ist einiges interessantes Filmmaterial dabei, das zuvor nicht veröffentlich worden war, vor allem private Aufnahmen, die Nomi ungeschminkt zeigen. Traurig stimmen die Aussagen seiner ehemaligen Bandmitglieder, die ihn nicht mehr im Krankenhaus besuchten, als er im Sterben lag; er muss sehr allein gewesen sein, denn niemand wusste zu der Zeit, ob der “Schwulen-Krebs” ansteckend war oder nicht (erwähnt werden sollte dies auch, da seine ehemaligen Bandmitglieder nicht böswillig waren, er hatte sie zudem zuvor auch unfair behandelt).

Ein wunderschönes Video ist dann noch dieses hier, The Cold Song, wo Nomi schon etwas gezeichnet war: