Der Zettelkasten als Knowledge Management-System und darüber hinaus

Es gibt ein paar Themen, die mich seit Jahrzehnten beschäftigen, darunter zum Beispiel, wie ich Informationen und Wissen sinnvoll ablegen und wieder abrufen kann, ein Memex halt. In den 90ern war ich ein Fan von Apples HyperCard, seitdem habe ich vieles ausprobiert, und irgendwie hat sich nichts bewährt. Datenformate sind verschwunden (wie das von Apples HyperCard), und auch wenn die technischen Möglichkeiten heute viel breiter sind als damals, habe ich nicht den Eindruck, dass sie das grundlegende Problem gelöst haben. Es gibt keinen Quick Fix, der zu lesende Artikel und Bücher für einen liest und auch noch verstehen lässt. Zusammenfassungs-Services wie Blinkist vertraue ich nicht, ganz abgesehen davon, dass sie mir bei wissenschaftlichen Artikeln auch nicht helfen.

In den letzten Monaten habe ich mich daher wieder einem System zugewandt, das ich auch schon mal in den 90ern genutzt, aber dann für HyperCard aufgegeben hatte: Den Zettelkasten. Nicht irgendeinen Kasten mit Karteikarten, sondern ein Zettelkasten nach dem Luhmann’schen Prinzip. Niklas Luhmann war einer der bedeutendsten Soziologen des 20. Jahrhunderts, der eine unglaubliche Anzahl an wissenschaftlichen Publikationen vorweisen konnte. Sein Zettelkasten, der eigentlich aus mehreren Zettelkästen besteht, enthält ca. 90.000 Zettel und wird an der Universität Bielefeld digitalisiert. Luhmanns Produktivität hat er seinem Zettelkasten-System zugeschrieben, und nach einigen Monaten mit diesem System kann ich das nachvollziehen. Wie funktioniert der Zettelkasten?

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Eternal November: wird Mastodon das gleiche Schicksal zuteil wie dem Usenet?


Mastodon und das Fediverse hatten viele Jahre ein Nischendasein gepflegt, bis sie durch Musks Twitter-Übernahme und den dadurch entstandenen Turbulenzen ins Rampenlicht gerückt wurden. Seitdem wächst die Mastodon-Gemeinde nicht wie ein Hockeystick, wie es im Investoren-Deutsch heißt, sondern wie eine Rakete. Das ist ein inneres Lachsbrötchen für diejenigen, die die Open Source-Fahne hochhalten. Aber vielleicht wird dies auch zum Fluch. Und das aus mehreren Gründen.

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Mehr als einen Kern unter Mac OS X nutzen


Heutige Prozessoren haben meist mehr als einen Kern, aber die meisten Programme nutzen nur einen. Oft ist es egal, der Rechner ist auch so schnell genug. Aber dann kommt man manchmal in Bereiche, wo man sich ärgert, dass man nur einen Kern nutzen kann. Vor allem bei den UNIX-Befehlen, die als GNU-Version zum Teil mehrere Kerne ausnutzen können, langweilt sich ein Teil meiner Mac-CPU während der andere zu 100 Prozent ausgelastet ist. In meinem Beispiel geht es um eine Text-Datei mit 8.6 GigaByte (nicht MegaByte :-), die ich sortieren und verarbeiten muss. Was wäre, wenn man mehr als einen Kern nutzen könnte?

Wie viele Kerne hat mein Mac überhaupt? Einmal Terminal öffnen und dann

sysctl -n hw.ncpu

eingeben, schon wird die Anzahl der Kerne ausgespuckt. Naja, nicht ganz. Es ist die Anzahl der Threads. Mein MacBook Air hat einen Dual-Core-Prozessor, es werden aber 4 Kerne angezeigt. Und leider kann die Mac OS X-Version von sort nur einen Kern nutzen. Abhilfe schafft Homebrew:

/usr/bin/ruby -e “$(curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/Homebrew/install/master/install)“

Danach

brew update

brew install coreutils

…und schon hat man die GNU-Version von sort, die mit gsort aufgerufen werden kann. gsort versteht den Parameter –parallel=n, mit meinen vier Kernen also…

gsort –parallel=4 datei.txt

Und siehe da, ich habe über 350% CPU-Auslastung  Achtung: Das funktioniert nicht, wenn gsort in einer Pipe auf den Output eines anderen Befehles wartet.