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Tom Alby

Sonos: Die große Liebe, die den Alltag nicht überstanden hat

2020-09-15


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Ich war wahrscheinlich einer der ersten Käufer von Sonos-Lautsprechern in Hamburg. Die Kisten waren neu, teuer, aber genau das, was ich suchte. Und ich war superglücklich und schwerst verliebt in Sonos. Ich liebe Musik. Und die Möglichkeit, jederzeit meine Musik in jedem Raum zu hören, war phänomenal. Die App reagierte sofort, es gab nie Probleme, und so hatte ich nach kurzer Zeit 3 Lautsprecher (es gab damals nur einen, nämlich den großen) und eine Bridge, an die ich meine Hifi-Anlage anschloss. Letzteres funktionierte nie wirklich gut, also blieb es dann bei dem reinen Sonos-System.

Wie das so ist mit dem Verliebtsein, wenn der Alltag einkehrt, dann bekommt das Bild Kratzer. Zwar wurde meine Sonos-Familie immer größer, der Sub gehörte schnell dazu, auch 2 1er und 3 3er sowie ein Symfonisk, aber mit der Zeit wurde das System immer unberechenbarer. Und so hatte ich irgendwann die Lust am Musikhören mit Sonos verloren. Jedes Mal, wenn ich ein Lied starten wollte, hatte ich schon Angst, dass es nicht einwandfrei funktionieren würde. Die Musik unterbrach, und die wildesten Fehlermeldungen hielten Einzug in meine bisher harmonische SONOS-Welt:

Oder es passierte auch einfach gar nichts. Das Rad des Todes erschien. Oder es kam Musik und sie hörte sofort wieder auf oder ging gleich weiter zum nächsten Stück usw… Die Software, egal ob Handy oder Desktop, reagiert nicht mehr in Echtzeit.

Natürlich ist mein Heimnetz nicht ganz unkompliziert. Ich hatte eine Zeitlang das Google Wifi, bin dann auf Orbi umgestiegen, und neuerdings tut hier eine AVM Fritzbox ihren Dienst. Ich hab es mit Kabeln versucht, mit einem Extra-Netz für die Sonos-Boxen, Entfernen der Gen 1-Geräte, um auf die Gen 2 umsteigen zu können. Es. hat. alles. nix. genützt. Das Studieren der Support-Seite (erreichbar unter http://IP-ADRESSE:1400/support/review) half leider kein bisschen, die Qualität der Verbindungen untereinander war meistens nur suboptimal, ganz abgesehen davon, dass es sich eh ständig ändert, nur leider nicht zum Besseren.

Ein paar Minuten später:

Noch mal ein paar Minuten später:

Meine letzte Hoffnung war der Sonos-Boost. Für knapp 100€ bekommt man einen Wifi-Extender, wobei sich das eher so darstellt, dass der Boost ein eigenes Wifi baut für die Sonos-Geräte und diese somit nicht mehr im restlichen WLAN für Verwirrung sorgen. Man sieht den Boost auch in den Screenshots oben, und was man auch sieht ist, dass er das Bild nicht wirklich verbessert. Gefühlt gibt es weniger Probleme im eigentlichen WLAN, aber Sonos ist immer noch behäbig und reagiert meistens schlecht. Etwas besser wurde es, nachdem ich den Symfonisk von IKEA entfernt hatte. Anscheinend mag Sonos diese Geräte doch nicht so gerne oder die Antennen in den Geräten sind einfach nicht wirklich gut.

Wenn man nun noch bedenkt, dass Sonos versucht hat, die Besitzer alter Sonos-Geräte zu überreden, diese Devices doch zu entsorgen und neue zu kaufen, damit man in den Genuss der nächsten Software-Generation kommt, dann ist Sonos leider keine Empfehlung mehr. Durch mein PhonieBox-Experiment habe ich gelernt, dass man WLAN-Boxen auch günstiger selbst bauen kann.

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