Staubsaugerroboter Roborock S6 MaxV im Vergleich zum Vorwerk VR200


 

Jahrelang war hier der Staubsaugerroboter VR200 von Vorwerk im Einsatz, wirklich glücklich war ich nicht mit ihm. Der Nachfolger sollte nun kein Vorwerk mehr sein. Ich hatte einfach auch keine Lust mehr viel Geld für die Reparatur zu bezahlen. Allerdings, dessen muss man sich bewusst sein, man kann ein Vorwerk-Gerät eben auch relativ bequem reparieren lassen, denn die Vorwerk-Shops gibt es fast überall. Für die Umwelt ist es besser. Wie das mit dem Roborock aussieht, keine Ahnung. Allerdings verkaufe ich gebrauchte Geräte immer an einen Bastler, so dass sie noch eine zweite Karriere starten können.

Nach wochenlanger Recherche fiel die Wahl auf den Roborock S6 MaxV. Ich gebe zu, ich bestelle lieber bei Amazon als irgendwo anders, da es dort meistens kein Problem mit Versand etc gibt. Allerdings nicht dieses Mal. Amazon Logistics hatte es nicht geschafft, das Paket zu liefern. Also doch woanders bestellt, dieses Mal sogar knapp 40€ günstiger. Nein, in einem Geschäft lokal hier in der Nähe gab es ihn nicht, sonst hätte ich es dort probiert.

Was zunächst einmal auffällt: Der Roborock hat ein billiger wirkendes Plastikgehäuse. Er sieht nicht so wertig und auch nicht so stabil aus wie der Vorwerk. Eigentlich wollte ich nie wieder einen runden Roboter, denn der kommt natürlich nicht so gut in die Ecken wie zum Beispiel der Vorwerk. Da bei dem Vorwerk aber die Außenbürste nicht mehr funktioniert, war es dann auch egal, und die in Tests gut abschneidenden Modelle sind leider alle rund.

Dem Roborock fehlt auch der Henkel, den der Vorwerk hatte. So kann man ihn nicht ganz so einfach in ein anderes Zimmer tragen. Das ist aber auch nicht notwendig, denn da der Roborock sich die von ihm erstellte Karte einer Wohnung merkt, kann man ihm einfach sagen, in welches Zimmer er fahren soll. Nix mehr mit Rumtragen. Ganz abgesehen davon, dass er sowieso in kürzerer Zeit mit nicht mal einer ganzen Batterieladung die komplette Wohnung schafft. Das hatte der Vorwerk nie hinbekommen, nicht mal ganz am Anfang, wo er noch einen ganz frischen Akku hatte. Allerdings offenbart sich auch ein Nachteil: Der Vorwerk hat sich an der Seite aufgeladen, indem er an lange vertikelen Kontakte der Ladestation andockte. Man musste nicht sehr präzise sein, wenn man ihn da ran schob. Das ist beim Roborock anders, die Ladekontakte unter dem Roborock sind klein. Besser man lässt ihn das Andocken selbst übernehmen.

Wird der Roborock das erste Mal eingeschaltet, so fällt noch etwas auf: Man fragt sich, wann er denn mal anfängt zu saugen. Denn er ist superleise im Vergleich zu dem Vorwerk-Gerät. Und das trotz viel stärkerer Saugleistung. So wird es in Zukunft auch weniger Diskussionen geben, ob der Roboter während einer Videokonferenz in anderen Zimmern laufen kann.

Die Einrichtung über die App war nicht ganz so einfach zu Beginn, denn irgendwie verlangte die Software einen Code bei der Anmeldung, es war nicht klar, dass man ihn in der Anmeldemaske erst einmal beantragen musste, um ihn dann genau in dieser Maske auch nutzen zu können. Ansonsten ist der Rest der Software mehrere Klassen besser als die von Vorwerk, und damit beziehe ich mich nicht einmal auf die neue App, auf die man zwangsweise umsteigen sollte, die aber noch schlechter funktionierte. Ein großer Vorteil der Roborock-App ist auch, dass die Firmware darüber aktualisiert werden kann. Beim Vorwerk ging das nur mit einem Windows-Rechner, der dann über ein Kabel mit dem Vorwerk verbunden wurde. Einen Windows-Rechner besitze ich gar nicht, ich musste mir immer einen leihen. Wobei, Firmware-Updates gab es eh nur sehr selten bei Vorwerk.

Die App von Roborock macht all das, was ich mir von Vorwerk gewünscht hatte. Man kann sehr genau nachvollziehen, wie der Roboter seine Bahnen zieht. Durch seine zwei Kameras “sieht” er auch schon voraus und erstellt eine Karte der Wohnung, selbst wenn er noch nicht in dem jeweiligen Bereich war:

Je mehr er dann gesaugt hat, desto genauer wird die Karte. Hier hat er auch damit begonnen, den Hausflur zu kartografieren, da zwischendurch einmal die Tür aufstand. Dennoch schön zu sehen, wie man sozusagen einen Grundriss der Wohnung bekommt. Auch sieht man, wie methodisch der Roborock vorgeht. Gepaart mit einer viel stärkeren Saugleistung wird die Reinigung viel gründlicher. Und ich habe den Wischmodus noch nicht einmal ausprobiert (das werde ich vielleicht einmal in einer späteren Rezension).

Besonders interessant ist hier, dass der Roboter dachte, dass wir ein Haustier hätten, das im Wohnzimmer einen Haufen hinterlassen hat. Das Icon sieht zumindest so aus. Netterweise erstellt der Roboter dann gleich ein Foto von dem, was er da gesehen hat. Zum Glück war es nur ein Fuß des Klaviers. Kabeldosen etc identifiziert er mit großer Sicherheit.

Insgesamt bin ich bisher sehr zufrieden mit dem Gerät. Es schafft die ganze Wohnung mit einem Ladevorgang, hat mehr Saugleistung, bietet bessere Steuerungsmöglichkeiten und ist gleichzeitig günstiger als das Gerät von Vorwerk.

WLAN-Probleme: Telefonkabel für Ethernet nutzen

Einer meiner größten Fehler bei der Sanierung unserer Wohnung war, dass ich auf den Einbau von Ethernet-Buchsen verzichtet hatte, die der Elektriker angeboten hatte. “Hab doch WLAN”, dachte ich. Ganz abgesehen davon, dass ich in den 90ern 10BaseT-Netzwerkkabel verlegt hatte, zwischendurch dann 100BaseT kam und ich mir dachte, wenn ich jetzt 1000BaseT einbaue, dann ist das in ein paar Jahren auch veraltet. Ich hatte schon vieles ausprobiert, Powerline, also Internet über die Stromleitung, Google WIFI, Orbi, zwischendurch hatte ich auch mal ein AVM Fritz-Mesh-Netzwerk ausprobiert, aber das war grausig. AVM scheint irgendwie empfindlicher zu sein, was die Dynamic Frequency Selection betrifft. Sogenannte bevorrechtigte Nutzer wie Militär, Wetterstationen und Flugsicherung nutzen für ihr Radar dieselben Frequenzbereiche wie Teile des 5GHz-Spektrums, und sobald hier ein anderer Nutzer erkannt wird, geht der Router da raus. Bei AVM anscheinend gleich in den 2,4GHz-Bereich.

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Remarkable 2: Erfahrungen nach den ersten 2 Wochen


 

Ich hatte mir erst im Mai ein gebrauchtes Remarkable-Tablet der ersten Generation gekauft, denn ich wollte zunächst testen, ob das Gerät überhaupt etwas für mich ist, bevor ich viel Geld für die zweite Generation ausgebe. Über die Vor- und Nachteile des Remarkable-Ansatzes habe ich schon genug geschrieben, hier geht es nun um das neue Gerät mit Vergleichen zu der ersten Generation.

Zunächst einmal: Das Remarkable 2 wirkt super-edel. Und das beginnt schon mit der Verpackung, die hier ankam. Hier war alles durchdacht, die kleinen und großen Pakete ergaben zusammen einen Quader, der genau in den Versandkarton passte. Alles liebevoll verpackt, vor allem mit Papier. Nur die Folie drumrum hätte man sich auch sparen können.

Als Early Adopter habe ich einen geringeren Preis für das ganze Paket bezahlt, d.h. einige Extras für einen viel geringen Aufpreis bekommen. So habe ich mir ein Book Folio und einen Marker Plus gegönnt. Dieser Marker hat ein “Radiergummi” eingebaut, d.h., ich muss nicht erst in das Menü gehen, um etwas wegradieren zu können. Daran gewöhnt man sich sehr schnell. Allerdings ist das “Radiergummi” so breit, dass man auch schnell zu viel wegradiert. Aber diese Funktion möchte ich nicht mehr missen. Es macht die Arbeit auf jeden Fall einfacher.

Der Marker hält am Remarkable 2 genauso wie ein Apple Pencil 2 am iPad, magnetisch. Das ist schon um einiges besser als die vorherige Lösung. Auch das Folio hält magnetisch. Was nicht mehr vorhanden ist beim Marker ist die Möglichkeit, dass man Mienen im Marker auf Vorrat hält. Das ist schade, denn das fand ich extrem praktisch. Eine Miene hält bei mir ungefähr einen Monat, und die letzten Tage mit einer Miene überlegt man schon, ob die Schrift nicht schon unsauber wird. Mit Folio und auch ohne liegt das Remarkable sehr gut in der Hand, und habe ich schon gesagt, wie edel es aussieht? Auch mit Folio? 🙂

Angeblich ist die neue Generation auch schneller als die vorherige, aber davon habe ich bisher nicht viel gespürt. Insgesamt ist das Remarkable insgesamt nicht mit der schnellsten Software gesegnet, und ich hoffe, dass da noch nachgebessert wird.

Das Remarkable der ersten Generation sieht neben dem der zweiten Generation geradezu billig aus. Das Display ist genau so groß, aber das Gehäuse etwas größer. Das Plastik der ersten Generation wirkt irgendwie immer etwas schmutzig. Die Knöpfe der ersten Generation vermisse ich allerdings etwas, die Streichbewegung von oben nach unten, um zurück auf die Startseite zu kommen, ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. Und manchmal empfinde ich die Reaktion auch als etwas zäh. Wie oben schon erwähnt, superschnell ist es nicht, weder das alte noch das neue Modell.

Der Akku hält bei mir trotz täglicher Nutzung (mal mehr, mal weniger pro Tag) erstaunlich lange, ich komme auf jeden Fall auf über eine Woche. Der USB-Anschluss, der unten in der Seitenleiste eingebaut ist, ist nun ein USB-C-Anschluss, was das Einstöpseln natürlich um einiges leichter macht.

Ich nutze das Remarkable vor allem für

  • Notizen während Meetings
  • Brainstorming und Storywriting (siehe unten ein Beispiel, wie ich eine PowerPoint mit meiner Story ergänze)
  • Anmerkungen in PDFs, zum Beispiel Korrektur von Haus- und Abschlussarbeiten, aber auch Anmerkungen zu Artikeln, die ich lesen muss
  • Lesen von Büchern
  • Journaling und Planung

Für alle diese Tätigkeiten ist das Gerät extrem gut geeignet, ich nutze es mehr als mein iPad, was ich nun eigentlich verkaufen könnte. Allerdings kann ich mit dem iPad in Zoom-Calls auch was an die virtuelle Tafel zeichnen, das ist mit dem Remarkable etwas komplexer, wenn auch möglich. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Kauf. Es ist eine Menge Geld für ein Gerät, das sowenig kann im Vergleich zu einem iPad, aber es hat eben genau das, was ich brauche, nämlich etwas Analoges, was meine Augen nicht so schnell ermüden lässt, und auch ein besseres Schreibgefühl. Ob der Mehrpreis zu dem gebrauchten Gerät der ersten Generation gerechtfertigt ist? Ich weiß es nicht. Für mich zählt, wie praktisch es ist, und die neue Generation ist auf jeden Fall praktischer mit der längeren Akkulaufzeit und dem durchdachten Zubehör. Der Rest ist ein Aufpreis für ein krass besseres Design und eine Ästhetik, die in mehreren Ligen weiter oben spielt. Und ja, auch das ist mir etwas wert. Denn wer kennt es nicht, das Schreibgerät hat auch eine Wirkung auf die Schreibinspiration 🙂

Update 23-Aug-2021: Schweren Herzens habe ich mein Remarkable 2 verkauft. Ich halte es immer noch für ein super Gerät, aber es hat nicht in meinen Workflow gepasst. Und da ich kontinuierlich versuche, die Anzahl meiner Gadgets zu reduzieren… 🙁

Update August 2022: Ich habe wieder ein Remarkable. Es ist einfach unschlagbar, wenn man Notizen erstellen will, und es ist besser für Reflektionsarbeit, bei der man sich nicht ablenken lassen sollte…

Sonos: Die große Liebe, die den Alltag nicht überstanden hat

 Ich war wahrscheinlich einer der ersten Käufer von Sonos-Lautsprechern in Hamburg. Die Kisten waren neu, teuer, aber genau das, was ich suchte. Und ich war superglücklich und schwerst verliebt in Sonos. Ich liebe Musik. Und die Möglichkeit, jederzeit meine Musik in jedem Raum zu hören, war phänomenal. Die App reagierte sofort, es gab nie Probleme, und so hatte ich nach kurzer Zeit 3 Lautsprecher (es gab damals nur einen, nämlich den großen) und eine Bridge, an die ich meine Hifi-Anlage anschloss. Letzteres funktionierte nie wirklich gut, also blieb es dann bei dem reinen Sonos-System.

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Erste Erfahrungen mit dem Wahoo Elemnt Roam


 

Nein, es ist kein Rechtschreibfehler, das Ding wird tatsächlich “Elemnt” geschrieben. Der Wahoo Elemnt Roam ist ein Fahrradcomputer. Warum braucht man sowas? Zunächst einmal muste ich vom Laufen umsteigen aufs Fahrrad. Zum andern hatte ich bei meinen ersten Radtouren gemerkt, dass ein iPhone-Akku sehr schnell leer ist, wenn man zum Beispiel Komoot für die Navigation benutzt, ganz abgesehen davon, dass hier nicht so einfach die Route neu berechnet wird, wenn man mal einen anderen Weg fahren will. Und das iPhone-Display spiegelt halt in der Sonne. Und ja, ich fahre gerne Strecken, die ich noch nicht kenne.

Der Wahoo Elemnt Roam kommt zunächst einmal in einer sehr netten Verpackung. An Dokumentation ist kaum was dabei, dafür ist die Online-Hilfe und der Support ausführlich. Gelesen habe ich trotzdem beides nicht bis ich das erste Problem hatte. Mit der Companion App ist der Roam schnell eingerichtet, das einzige, was mich am Setup genervt hat, war, dass man die Karten aktualisieren sollte, dafür aber gar nicht genug Speicherplatz vorhanden war. Man musste erst eine andere Region löschen, bevor eine Aktualisierung möglich war. Für knapp 350 Euro hätte ich mir hier etwas mehr Speicherplatz gewünscht. Schön dagegen die Begrüßung auf dem Startbildschirm der App, die einen als Daten-Junkie bezeichnet 🙂

Das Übertragen einer Tour von Komoot auf den Elemnt Roam ging einfach, zumal ich mir vorher ein paar YouTube-Videos angesehen hatte. Nach dem Aufladen des Akkus und vielleicht 15 Minuten Einrichtung bin ich losgefahren inklusive Montage.

Der Roam piepst und blinkt ständig, einige der Signale waren auch ohne Lektüre der Hilfe sofort verständlich. Auffallend war aber schnell, dass der Roam nicht immer die vor einem liegende Strecke ausführlich zeigt. Auf dem Foto oben war das nicht so schlimm, aber wenn das letzte Dreieck an einer Kreuzung endet, nun ja, dumm gelaufen. Die meiste Zeit aber ist die Navigation extrem zuverlässig, und es macht Spaß, auf den übrigen Datenfeldern die Leistungsdaten zu beobachten. Nach 90 Minuten waren außerdem erst 5% Batterie verbraucht. Die Abendsonne konnte außerdem dem Display nix anhaben. Insofern bin ich schon mal sehr zufrieden mit dem Elemnt Roam. Suboptimal hingegen war, dass der Weg zurück vom Roam zu Komoot erst einmal nicht funktioniert hat. Ich habe alles versucht, Syncs, neu starten, etc, aber meine erste Tour (eine sehr schöne Tour übrigens durch die Billerhuder Insel) war nirgendwo zu finden. Am nächsten Tag, nachdem ich es mit einer Kurzstrecke testen wollte, war auf einmal alles drin. Ich hoffe, dass es jetzt weiterhin automatisch synchronisiert.

Ein schönes Feature ist die automatische Erkennung, wann man steht und wann man fährt. So wird die Durchschnittsgeschwindigkeit genauer berechnet.

Wer mehr als ein Bike besitzt: Zwar ist eine feste Halterung und eine Kabelbinder-Halterung in der Packung, aber ich habe mir dennoch eine feste Halterung für das Zweitrad gekauft.

Digitale Selbstverteidigung


Im Digital Analytics-Kurs ist eine der ersten Aufgaben, eine Logdatei zu erstellen, wo man von wem bereits heute getracked worden ist, wo die Daten nun sind und wie lange sie gespeichert werden. Diese Übung sensibilisiert zwar, bietet aber keine Hilfestellung, wie man sich selbst vor Tracking welcher Art auch immer schützen kann. Dies soll dieser Artikel nun tun.

Der Begriff “Digitale Selbstverteidigung” stammt nicht von mir, sondern von digitalcourage, einem gemeinnützigen Verein, der sich im Wesentlichen für Datenschutz und Bürgerrechte engagiert (Disclaimer: Ich bin Fördermitglied). digitalcourage bietet einen ganzen Bereich auf der Website zum Thema Digitale Selbstverteidigung, besonders empfehlenswert ist die Selbstverteidigung für Eilige.

Manche der Tipps sind schwierig. Wer schon mal MetaGer ausprobiert hat, weiß wovon ich rede 🙂 Es ist ein Spagat zwischen Bequemlichkeit und Privatsphäre, denn mehr Privatsphäre bedeutet, dass man nicht immer auf die einfach zu nutzenden Werkzeuge zugreifen kann. So kann man aber auch Google nutzen, ohne dass man gleich alle Daten preisgibt. Hier sind weitere Tipps:

  • Ich empfehle zunächst einmal immer ein VPN (Virtual Private Network) zu nutzen. Ein VPN “tunnelt” die Kommunikation zwischen dem eigenen Rechner und einem Punkt im Internet, so dass sich niemand dazwischen schalten kann. In einem öffentlichen WLAN ist das absolute Pflicht, denn zu leicht kann hier jede Kommunikation mitgelesen werden. Von zuhause aus verhindert ein VPN, dass der Internet Service Provider die Kommunikation mitschneidet. Allerdings ist bei der Auswahl des VPN-Anbieters Vorsicht geboten, da der ja auch die Kommunikation mitschneiden könnte. Zudem kommt, dass das Internet dadurch nicht unbedingt schneller wird. Bei einem schnellen VPN merkt man die Nutzung allerdings nicht. Wenn man es gleich richtig machen will, dann installiert man das VPN nicht nur auf dem Rechner, sondern auch auf dem Handy und anderen Devices. Und unbedingt noch den Tipp zu dem DNS-Dienst betrachten.
  • Gmail ist für mich immer noch der beste Mail-Service, aber ich nutze ihn nicht mehr. Leider sind die üblicherweise empfohlenen Services wie Posteo oder mailbox.org UX/UI-technisch suboptimal. Ich finde ProtonMail gut, die sind allerdings nicht auf der Liste der empfohlenen Mail-Services von digitalcourage. Außerdem ist Protonmail ziemlich teuer. Dafür ist die Mailbox verschlüsselt, so dass nicht einmal die Betreiber von Protonmail auf meine Mails zugreifen können.
  • Firefox als Browser zu nutzen ist immer eine gute Idee, Brave bringt schon einige zusätzliche Privatsphären-Einstellungen.
  • Überall ein anderes Passwort zu nutzen ist Pflicht. Ein Passwort-Manager ist ebenso Pflicht.
  • Möglichst nirgendwo eingeloggt bleiben. Und wenn man die Möglichkeit hat, dann auch gerne Profilbildung vermeiden wie hier bei den Google Ad Settings.
  • Der Anonym Surfen-Modus in den Browsern bringt nicht viel. Google Analytics zum Beispiel trackt dann trotzdem. Und der Server auf der anderen Seite loggt sowieso alles mit. Daher sollte auch immer ein VPN genutzt werden.
  • Cloud-technisch bin ich ein großer Fan von NextCloud, es funktioniert genau so gut wie DropBox und hat sogar einige Features mehr. Der einzige Grund, warum ich es nicht mehr nutze, ist, dass es nicht immer einwandfrei funktioniert hat, was bei mir aber auch daran liegt, dass ich viel selbst rumgebastelt habe. Ich nutze die iCloud, die eigentlich nicht empfehlenswert ist, da die Daten immer noch auf einem anderen Server liegen. Ich vertraue aber darauf, dass Apple die Wahrheit sagt, dass meine Daten nur von mir gelesen werden können, da sie auf dem Server verschlüsselt sind. Ich tausche hier also Bequemlichkeit gegen absolute Sicherheit. Bei DropBox hingegen werden die Daten unverschlüsselt gespeichert. Ich würde immer noch NextCloud empfehlen, wie es auch digitalcourage tut, allerdings würde ich dann eher einen Anbieter wählen und nicht mehr alles selber hosten 🙂
  • Als Messenger kommt eigentlich nur Signal in die engere Auswahl. Telegram nicht. Threema auch nicht. Und WhatsApp erst recht nicht.
  • Als DNS kommt nur 1.1.1.1 in Frage. Denn jedes Mal, wenn man eine URL in den Browser eingibt, dann muss diese URL übersetzt werden in eine IP-Adresse. Diese Übersetzung wird vom DNS geleistet. Normalerweise wird das vom Internet Service Provider (Telekom, Vodafone, etc) an den eigenen DNS-Dienst weitergeleitet. Aber man kann auch 1.1.1.1 nutzen 🙂 Da wird nix geloggt.
  • Wer genau wissen will, was die Software auf dem eigenen Rechner so veranstaltet und ob sie nach Hause funkt, sollte nur quelloffene Software nutzen, zum Beispiel Linux. Das kann eine große Hürde sein, aber Ubuntu ist auch für Laien gut nutzbar und um einiges stabiler als zum Beispiel Windows.
  • Rabattkarten wie z.B. die Payback-Karte haben in keiner Geldbörse etwas verloren. Meistens kriegt man die Produkte, die man mit den Punkten erwerben kann, woanders eh günstiger. Damit sind nicht die unpersonalisierten Stempelkarten gemeint (“Der 10. Kaffee geht aufs Haus!“).

Und wer sich immer noch fragt, warum man das alles überhaupt tun sollte, der möge bitte das folgende Video sehen:

 

 

OpenMediaVault mit dem Raspberry Pi 4

Nachdem ich den Raspberry PI 4 wieder aus der Phoniebox meiner Jungs ausgebaut und durch einen weniger Strom fressenden 3er ausgetauscht hatte, war ich auf der Suche nach dem nächsten Projekt. Von NextCloudPi bin ich mittlerweile runter, das Handling mit dem iPad/iPhone/Mac war insgesamt zu umständlich. Aber die QNAP will ich schon lange ersetzen, und OpenMediaVault wollte ich schon lange mal als File Server ausprobieren, auch für TimeMachine-Backups.

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reMarkable Erfahrungen: Brückentechnologie für Digital Immigrants?


 

Warum um alles in der Welt sollte man sich ein reMarkable Tablet kaufen, wenn man schon ein iPad hat? Zunächst einmal: Es ergibt keinen Sinn. Und für viele Menschen ergibt es auch keinen Sinn, sich ein reMarkable Tablet zu kaufen, wenn man stattdessen ein iPad haben könnte und dessen Funktionen benötigt. Das reMarkable Tablet ist teuer, nicht so teuer wie ein iPad Pro, aber im Vergleich zu den Features eines iPads in derselben Preisklasse steht das reMarkable extrem schlecht da. Und trotzdem habe ich das reMarkable in den wenigen Tagen, die ich es nun besitze, lieb gewonnen. Die Version 1, die ich für unter 300€ auf eBay geschossen habe, wird wahrscheinlich bald weiter im Preis fallen, denn die 2. Generation wird bereits beworben. Aber bevor ich 500€ für ein Gerät ausgebe, von dem ich nicht weiß, ob es wirklich zu mir passt, nutze ich lieber ein Gebrauchtes, um das Konzept zu testen. Denn mit dem reMarkable kann man nur PDFs/eBooks lesen und annotieren und Notizen und Skizzen erstellen. Keine E-Mails, kein Websurfen, nix. Schwarz-weiß. E-Ink-Display. Schreibt sich mit dem Stift fast wie auf Papier. Den Stift muss man nicht aufladen, wohl aber die Minen ab und zu auswechseln. Und das Gerät kostet je nach Zubehör neu zwischen 450 und 600€.

Was ist mein Use Case? Ich hatte ein iPad Pro mit Stift und allem angeschafft, um mit weniger Gepäck von überall arbeiten und lesen zu können. Lesen und Schreiben sind, neben Programmieren, Kommunikation und Powerpoints erstellen, meine Hauptbeschäftigung. Ich muss sehr viel lesen, vor allem wissenschaftliche Paper, aber auch Artikel aus Fachzeitschriften usw. Zusätzlich schreibe ich auch sehr viel. Der Split Screen des iPads war für mich eine Killer-Applikation: Links das PDF, das ich lesen will, rechts meine Notizen dazu. Hat auch oft gut funktioniert. Aber auch oft nicht. Allerdings: Das Apple-Universum mit iCloud ermöglicht es mir, alle meine Dateien auf allen Geräten stets synchronisiert zu haben.

Aber doch war und ist es nicht perfekt. Es fällt mir manchmal schwer mich zu konzentrieren, denn, wie es oft ist, wenn man den Fokus auf etwas setzen will, dann kommen einem Erinnerungen, was man unbedingt noch erledigen und daher aufschreiben sollte, dann sieht man die Erinnerungen und bemerkt, dass man vergessen hat, etwas Dringendes zu tun usw. Das iPad ermöglicht das alles mit einem Gerät. Und so ist man schnell abgelenkt, vor allem wenn man etwas Schwieriges erarbeiten muss, ist die Verlockung, schnell mal Mails zu checken, sehr hoch. Mit dem reMarkable geht das nicht. Und genau diese Einschränkung bezahlt man für viel Geld. Applikationen, die einen selbst einschränken oder einem helfen, sich besser zu konzentrieren, hatte ich schon vor mehr als 10 Jahren angesehen und genutzt.

Habe ich generell ein Problem mit Konzentration? Nein. Aber es mag am Medium liegen. Ich habe mein bisher erfolgreichstes Buch (3 Auflagen) fast komplett auf Papier geschrieben, so unglaublich das auch klingen mag. In eine Kladde auf einer Terrasse in einer Bucht Sardiniens. Ich hatte keinen Computer mit, nur meine Gedanken. Und die habe ich dann runtergeschrieben, durchgestrichen, neu formuliert, usw, später zuhause am Rechner dann Screenshots und andere Materialien hinzugefügt. Ich allein mit dem Papier. Ich bin nicht sicher, ob ich das heute mit einem iPad hinbekommen würde. Denn auch wenn bei mir fast alle Benachrichtigungen ausgestellt sind, weiß das Gehirn, dass doch was Neues da sein könnte, und unser Gehirn giert danach. The Organized Mind von Daniel Levitin beschreibt, wie sehr unser Gehirn durch jede Störung stimuliert wird, was uns davon abhält, sich fokussieren zu können, denn Denken ist anstrengend. Besonders beeindruckend fand ich hier die Vorliebe von Sting, sich überall auf der Welt dasselbe Zimmer herrichten zu lassen, damit ihn nichts Neues ablenken kann.

Tranquility is the new luxury of our society. (5 AM Club, Robin Sharma)

Diese Ruhe ist ohne Zweifel ein Luxus, wenn man sozusagen für ein kastriertes Gerät mit weniger Funktionen so viel Geld zahlt, nur um Ruhe zu haben und sich fokussieren zu können. Vielleicht liegt meine Präferenz für Papier aber auch an meiner Sozialisation: Ich bin mit Papier groß geworden, habe alles auf Papier geschrieben, meine Abi-Klausuren, meine Abschlussprüfungen an der Uni, usw. Bücher am Rechner zu schreiben, zumindest ausschließlich am Rechner zu schreiben, ist für mich eine Qual. Ich muss meine Gedanken erst einmal sortieren, und auch wenn das am Rechner eigentlich einfacher geht, ziehe ich das Papier vor.

Aber das iPad hat noch andere Nachteile. Will ich draußen mit dem iPad lesen, dann sollte besser nicht die Sonne scheinen. Mit dem reMarkable kein Problem. Das kriegt das iPad nicht so gut hin. Abgesehen davon, dass das Gerät ganz schön schwer ist (653 Gramm “nackt” mit Stift/ 1060 Gramm mit Hülle inklusive Tastatur). Es eignet sich nicht wirklich zum längeren Lesen und in der Hand halten. Das reMarkable kommt auf 362 Gramm “nackt” mit Stift / 505 Gramm mit Hülle, wobei das etwas unfair ist, da die Hüllen sehr unterschiedlich sind. Ich nehme das iPad aus den genannten Gründen nicht gerne mit, wenn ich zum Beispiel kurz mal raus gehe. Es ist nicht nur schwer und unhandlich, nein, ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, wie schnell das Glas kaputt gehen kann (und wie teuer der Ersatz ist).

Und was das iPad tagsüber in der Sonne zu wenig an Licht hat, das hat es dann Abends zu viel. Ich merke es, wenn ich abends zu lange auf den Bildschirm geschaut habe. Das iPad eignet sich für mich nicht zum längeren Lesen und Schreiben von Fachtexten, einmal aus ergonomischen Gründen, aber auch aufgrund manchmal mangelnder Disziplin. Frei nach dem 5 A.M. Club, elektronische Geräte sollten abends einfach nicht mehr genutzt werden, auch das ermöglicht das reMarkable, wenn man ein Auge zudrückt.

Das reMarkable hat allerdings ein paar Defizite, die für den Preis eher inakzeptabel sind:

  • Das WLAN-Modul scheint sehr schwach auf der Brust zu sein; es hat in meinem Arbeitszimmer 1 von 3 Strichen, wohingegen alle anderen Geräte mindestens 2 von 3 Strichen haben.
  • Der Akku hält bei mir ca 2-3 Tage, bei mittlerer Nutzung, für ein e-Ink-Display ist das nicht viel. Das Laden dauert Ewigkeiten.
  • Große PDFs (zum Beispiel Springer-Sachbücher zwischen 3 und 30 MB) sind für das reMarkable Tablet eine große Last, es kann dauern, bis man von einer Seite zur nächsten geblättert hat. Und gerade bei den großen PDFs scheint das reMarkable auch öfter mal abzuschmieren.
  • PDFs mit Passwortschutz kann das reMarkable gar nicht öffnen. Das ist ziemlich suboptimal.
  • Die Suche ist ein Witz. Man kann entweder nach Titeln von Büchern suchen, aber nur innerhalb eines Buches, wenn man dieses gerade geöffnet hat. Man kann dann auch nicht direkt vom Suchergebnis zu der Fundstelle springen, sondern muss sich die Seitenzahl merken und dann umständlich über mehrere Schritte zu der Seite navigieren.
  • Das Plastik wirkt billig und manchmal irgendwie schmutzig, auch wenn es sauber ist. Das ist für den Preis wirklich nicht angemessen.
  • Der Stift hat anscheinend gleich zwei verschiedene Plastiksorten bekommen, zumindest ist hier ein unterschiedliches Weiß zu erkennen:

Was mir außerdem nicht gefällt, ist der Lock-In. Ich bin in deren Cloud gefangen, was ist, wenn sie pleite machen? Bei tado habe ich mich das schon mehrmals gefragt, aber da kann man die Thermostate angeblich wenigstens noch manuell bedienen (dafür sind sie dann aber auch viel zu teuer). Bei reMarkable wäre man verloren, wenn die Cloud abgeschaltet würde. Vermutlich wird man dann irgendwann auch ein Abo bezahlen müssen, wie auch tado darauf geschwenkt ist. Was allerdings etwas hilft, ist, dass man angeblich auch per USB an seine Dokumente kommt. Das habe ich noch nicht ausprobiert, bedeutet aber, dass ich eventuell eine Applikation wie meinen Kindle Clippings Manager bauen könnte, die einen Ordner auf meinem Rechner mit dem Speicher des reMarkable synchronisiert. Das wäre besser als diese doppelte Organisation.

Insgesamt ist das Gerät also für die technischen Leistungsmerkmale, die Qualität und die Software hoffnungslos überteuert. Aber trotzdem mag ich es. Denn es erfüllt meinen Use Case besser als das iPad, und anders als das Moleskine ist es auch kein Ideenbegräbnis erster Klasse. Das hat es in den wenigen Wochen bisher bereits sehr gut bewiesen.

Phoniebox: Vom MVP zur richtigen Box (Toniebox-Alternative)

Vorab: Die erste Phoniebox, mein MVP (Minimum Viable Product) in einem Pappkarton, ist extrem gut angekommen, zum Teil werden die beklebten und bemalten RFID-Karten wie der größte Schatz behandelt und sogar versteckt oder mit zum Tisch gebracht. Zeit also, aus dem MVP eine richtige Box zu bauen. Wer den ersten Teil über meinen MVP nicht gelesen hat, die Phoniebox ist eine Open Source-Alternative zur Toniebox zum Selberbauen. Der Vorteil ist, dass man keine teuren Tonies kaufen muss, sondern günstige RFID-Karten oder -Sticker verwenden kann, um damit selbst ausgewählte Musikdateien abzuspielen.

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