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Tom Alby

Blackberry-Waisen

2007-01-06


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In dem Artikel “Blackberry Orphans” des Wall Street Journals vom 8. Dezember 2006 behandelt Katherine Rosman den Rollentausch, der in vielen Familien stattfindet: Anstatt dass die Eltern aufpassen, dass die Kids nicht so lange vor der Glotze hängen, sind die Kinder besorgt, weil ihre Eltern heimlich E-Mails checken, obwohl sie sich eigentlich um sie kümmern sollten. In dem Artikel kommen auch Kids zu Wort, die davon berichten, dass ihre Eltern im Auto E-Mails lesen und beantworten, anstatt auf die Strasse zu achten. Die Kinder sind relativ machtlos, vor allem wenn sie verstehen, dass die Eltern arbeiten müssen, um Geld zu verdienen. Aber nicht alle lassen sich die immer geringer werdenden Aufmerksamkeitsspannen gefallen:

When nothing else works, Lucas turns to the highest of authorities. “I go tell my mom that Daddy’s not listening and then my mom yells at him.”

In dem Artikel werden auch Tipps für E-Mail-Süchtige gegeben, zum Beispiel dass während des Essens keine E-Mails gecheckt werden, der Blackberry während des Autofahrens nicht benutzt wird, und dass es Blackberry-freie Zonen und Zeiten zuhause gibt (natürlich sind diese Regeln nicht allein auf Blackberry-Geräte beschränkt). Dagegen wird ein Blackberry-Verteidiger zitiert, dass sich Kinder doch fragen sollten, ob es besser ist, die Eltern nur 20 Prozent nicht zuhause zu haben oder ganze 100 Prozent.

Nach diesem Satz habe ich beschlossen, keinen Blackberry o.Ä. anzuschaffen.

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