Viel Geld verdienen mit einem Blog (sechsstellige Summen!!!)

by Tom on 25. Mai 2008

Entschuldigung, diese reißerische Überschrift musste sein :-)

Im WordPress-Buch schreibe ich auch über das Geld-verdienen mit Blogs, und ich bin schon sehr gespannt auf Vladimir Simovics Buch Geld 2.0 – Geld verdienen im Web 2.0. Gestern fand sich Darren Rowses und Chris Garretts Buch „Problogger – Secrets for Blogging Your Way to a Six-Figure Income“ in meinem Briefkasten, welches ich nun überflogen habe.

Zunächst einmal ist es ein gutes Buch, denn es verspricht nichts Unmögliches, auch wenn der Titel das vermuten lässt. Ganz klar wird gesagt, dass nur wenige ein solches Einkommen erzielen, viele ein Nebeneinkommen, andere aber auch so gut wie gar nichts. Was sie aber vergessen zu erwähnen ist, dass die Autoren bereits 2004 angefangen und dadurch das Vertrauen der Suchmaschinen gewonnen haben sowie viel Zeit zum Schreiben von Inhalten hatten; dennoch weisen sie deutlich darauf hin, dass die Generierung eines solchen Einkommens Zeit benötigt.

Lobenswert zu erwähnen sind außerdem einige Tipps, die ich im WordPress-Buch nicht aufgenommen oder kürzer behandelt weil als selbstverständlich vorausgesetzt hatte, von denen mir jetzt aber klar ist, dass sie eine genauere Erläuterung vertragen könnten, zum Beispiel was bei der Wahl eines Domain-Namens zu beachten ist oder wie man eine Nische findet, die finanziell interessant ist. Nun ja, ich hoffe, dass es eine zweite Auflage meines WordPress-Buchs geben wird, in die diese Gedanken einfließen können.

Was hier allerdings nicht vergessen werden darf: Das Buch ist von Amerikanern für Amerikaner sowie die restlich Englisch-sprachige Welt geschrieben, deren potentielle Besucheranzahl ungleich größer ist als die eines deutschen Bloggers. Nehmen wir an, dass es 200 Millionen Amerikaner gibt, zusätzlich 60 Millionen Engländer sowie 20 Millionen Australier und noch ein paar Millionen Native Speakers anderswo, dann sehen die 80 Millionen Deutsche sowie die 8 Millionen Österreicher und noch etwas Schweiz, Lichtenstein & Co zusammen schon sehr viel weniger aus. Hinzu kommt, dass auch diejenigen potentiell auf ein englisches Blog kommen können, die Englisch als Fremdsprache gelernt habe, das Deutsche als Fremdsprache aber immer noch ein Randgruppenereignis zu sein scheint. Wenn ich schätze, dass einem deutschen Blogger nur ein Zehntel potentieller Benutzer zur Verfügung steht als einem englischen Blogger, dann ist das schon hoffnungslos optimistisch (wenngleich natürlich nicht jedes englisch-sprachige Blog a priori für jeden Englisch-Verstehenden interessant und relevant ist). Und bezieht man den Dollarkurs in diese Überlegungen ein, so wird aus einem sechsstelligen Einkommen schnell ein fünfstelliges, und davon ein Zehntel ist dann ein vierstelliges. Schaut man sich Roberts Erhebungen zu den Blogeinnahmen ein, dann wird schnell klar, dass selbst dies für die meisten Blogger nicht erreichbar ist.

Für die meisten Blogger, das ist noch mal zu betonen. Umkehrschluß: Für wenige Blogger ist es erreichbar. Auch hier gilt die Long Tail. Doch der Kopf der Kurve bestätigt als Ausnahme die Regel. Es gibt auch hierzulande Blogger, die fünfstellige Einkommen erzielen können, und das liegt sicherlich auch an der Nische, die sie belegen sowie anderen interessanten Geschäftsmodellen und -praktiken.

Zieht man all dies in Betracht und lässt die Gier nach Lektüre des Buchs von Rowse und Garrett nicht die Vernunft überrumpeln, dann ist dieses Buch auf jeden Fall empfehlenswert. Da es gerade herausgekommen ist, gibt es noch keine deutsche Übersetzung.

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