Es heisst immer, Europa sei so voller Kultur, aber wenn Europe (zumindest Deutschland, ich habe schliesslich noch nicht ganz Europa gesehen) in einer Disziplin Nachholbedarf hat, dann im Bereich der Strassen- und OePNV-Musikanten im Vergleich zu New York.

Das Programm “Music under New York” funktioniert so aehnlich wie “Deutschland sucht den Superstar”: Es gibt eine Jury, und diese bestimmt, wer in einer der zahlreichen Subway-Stationen spielen darf. Das so entstehende Programm ist nicht nur fuer Musiker gedacht, auch Kuenstler anderer Bereiche koennen daran teilnehmen. Der Sinn dahinter ist, dass ein gewisser Level an Qualitaet aufrecht erhalten kann, und das wuenscht man sich auch fuer so manche deutsche U-Bahn-Station. Nichts gegen Blockfloete spielende Kinder oder russische Opernsaenger, doch bei manchen Mundharmonika oder Akkordeon quaelenden Darbietern ist es allein dem Instrument zu verdanken, dass es nicht noch schlimmer kommt.

“Music under New York” strahlt aber auch auf die Welt oberhalb der Tunnel ab: Viele Strassenmusiker zeigen stolz ihr “Music under New York” T-Shirt, das sie als von der Jury Auserwaehlte ausweist; es ist ein Qualitaetsmerkmal geworden. Und so habe ich gestern 3 sehr gute an diesem Programm teilnehmende Jazz-Bands am Washington Square gesehen, die im Abstand von 50 Metern gleichzeitig gespielt und zwischendurch auch noch Musiker untereinander getauscht haben. Zusaetzlich gab es noch ein Violine/Querfloete-Duo sowie einen Kleinkuenstler, alles kostenlos und bei strahlend schoenen Wetter.
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