Eher unauffällig auf Seite 15 berichtete die Süddeutsche Zeitung in ihrer Freitagsausgabe davon, dass die Stiftung Warentest Billigtinten auf ihre Auswirkung auf Markendrucker getestet hatte. Diese Frage beschäftigt schon einige Jahre die beiden Lager, immer wieder wird mit Horrorszenarien davor gewarnt, Billigtinte zu kaufen, da ansonsten der teure Drucker Schaden nehmen könne.
Zumindest bei Epson- und Canon-Druckern kann laut Stiftung Warentest nun Entwarnung gegeben werden, keiner der Drucker nahm Schaden, und anstatt 840 Druckkosten für 5.000 Seiten kam man nur auf 50 Euro in der Stiftung Warentest-Kalkulation. Lediglich HP-Drucker sollten wohl weiterhin besser mit Original-Patronen bestückt werden, so der Bericht.
Auch wenn dieser Test für mich ein inneres Lachsbrötchen darstellt (ich erinnere mich noch gut an die Unkenrufe eines früheren Kollegen), so bleibt bei mir bei Stiftung Warentest-Veröffentlichungen immer ein unangenehmer Nachgeschmack: Zum einen habe ich mehrmals erlebt, wie ein von mir mitentwickeltes Produkt nicht richtig getestet wurde, zum anderen habe ich mich auch schon auf Testberichte verlassen und bin reingefallen. Auch wurde anscheinend nur ein einziger Drucker von jedem Hersteller getestet, so dass die Entwarnung eventuell nicht für alle Geräte eines Herstellers gilt. Dennoch mag ich diesem Test trauen, einfach deshalb weil sein muss, was sein soll ![]()
Wer sich für anekdotische Evidenz interessiert: Hier verrichtet ein Epson Stylus CX 3200 seinen Dienst, und der Kauf der schwarzen wie auch der Original Epson-Farbpatronen hatten mich, soweit ich mich erinnern kann, jeweils um 75 Euro ärmer gemacht. Bei druckertinte.de, die auch eine Filiale in Hamburg-Harburg haben, bezahle ich irgendwas um die 20 Euro für Billigpatronen; meistens muss ich die schwarze Patrone nachkaufen, da ich das Ding vor allem zum Scannen und Kopieren nutze. Zusätzlich bezahle ich allerdings in der Währung Zeit, denn jedes Mal weist mich der Drucker darauf hin, dass ich keine Originalpatronen nutze, und dieser lange Hinweis verhindert die Nutzung. Haben die Patronen dem Drucker geschadet?
Ich weiß es nicht. Die Wahrheit ist, dass das Ding auch schon vorher mit den Original-Patronen nicht unbedingt das Gelbe vom Ei war, auch nicht der andere Epson-Drucker, den wir vorher unser Eigen nannten. Manchmal kommen die Ausdrucke unglaublich gut raus, und manchmal suche ich Ewigkeiten nach dem Grund dafür, dass die Bilder plötzlich einen blauen, roten oder sonstwas-Stich haben. Unzählige Patronen-/Papierkombinationen werden ausprobiert, die Düsen gereinigt, Tests veranstaltet, und wieder wird einiges an Lebenszeit vergeudet. Mittlerweile habe ich mich dazu entschlossen, Bilder nur noch bei digitalen Entwicklungsdiensten erstellen zu lassen, und nutze das Gerät lediglich für das Kopieren, manchmal kopiere ich in Farbe. Gedruckt wird weiterhin mit einem HP LaserJet 4MP, der seit mehr als 10 Jahren ohne Probleme wie ein Weltmeister druckt. Alles andere kostet einfach zuviel Zeit.