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Nächste Seite: Ergebnisse Aufwärts: Benutzertest vor dem Bildschirm Vorherige Seite: Vorgehensweise Inhalt AufgabenstellungBei der Aufgabenstellung galt es zu beachten, daß sich Benutzer mit wenig Computerkenntnissen einerseits nicht überfordert fühlen sollten, andererseits aber Übersichtlichkeit, Bedienbarkeit und Eindeutigkeit der CD-Materialien und der Navigation in der praktischen Anwendung getestet werden konnten. Da zwei verschiedene CD mit ähnlichem Inhalt, aber unterschiedlicher Aufmachung zum Test herangezogen wurden, sollten die Aufgaben zusätzlich mit etwa dem gleichen Aufwand von Seiten der Benutzer beantwortbar sein. Die erste Frage bezog sich auf eine rein biographische bzw. textgeschichtliche Informationsrecherche: Wie alt war Theodor Fontane, als Irrungen Wirrungen zum ersten Mal erschien? Wann und wo wurde der Roman zuerst veröffentlicht? Die RECLAM-CD bietet dazu eine umfangreiche, stichpunktartige Biographie Fontanes, die auch die Stufen der Entstehung seiner Werke mit aufführt. Die Erstveröffentlichung von Irrungen Wirrungen im Jahre 1887 in der Vossischen Zeitschrift ist ausdrücklich unter der entsprechenden Jahreszahl erwähnt. Die Suche wird allerdings dadurch erschwert, daß der Text durchgescrollt werden muß. Der zusammenhängende biographische Text auf der XLIBRIS-CD führt nur die Erstausgabe des Romans auf. Nähere Angaben zur Erstveröffentlichung findet man nur in der Kategorie ,,Einführung`` beim Primärtext, dort allerdings auf den ersten Blick. In der zweiten Frage wollten wir die Benutzer mit der Arbeit am Primärtext selber konfrontieren, um ihre Herangehensweise an eine konkrete literaturwissenschaftliche bzw. linguistische Fragestellung im digitalen Medium nachvollziehen zu können. Die Ausgangsthese wurde dem Aufsatz ,,Irrungen, Wirrungen`` von Walter Hettche entnommen, der in dem Sammelband ,,Fontanes Novellen und Romane`` aus der Reihe ,,Interpretationen`` im Reclam-Verlag 1991 erschienen ist. Derselbe Text findet sich als Nachwort auf der Reclam-CD. Die Aufgabe wurde so einfach und unmißverständlich wie möglich formuliert - ähnlich den aus der Schule wohlbekannten Klausurfragen - und deutet in der Betonung bestimmter (Such-)Begriffe den Lösungsweg bereits an: Irrungen Wirrungen schildert die Liebe zwischen dem Baron Botho von Rienäcker und der aus einfachen Verhältnissen stammenden Lene. An diesem Standesunterschied scheitert zuletzt die Zukunft der beiden Liebenden. Sie heiraten jeweils einen standesgemäßen Partner, ohne jedoch ihre glückliche gemeinsame Vergangenheit vergessen zu können. Walter Hettche sieht den gesellschaftlichen Unterschied der beiden auch in ihrem unterschiedlichen Sprachbewußtsein, ihren unterschiedlichen Sprechweisen verdeutlicht. Verwendet Lene eine ,,einfache`` Sprache, verbunden mit sprachlicher Ernsthaftigkeit, so ist die Redeweise in Bothos Umfeld von Oberflächlichkeit und Floskelhaftigkeit geprägt. An welchen Stellen wird diese ,,Redensartlichkeit`` bzw. ,,Unredensartlichkeit``, das unverbindliche Sprechen in Redensarten, im Roman selber thematisiert?
Nächste Seite: Ergebnisse Aufwärts: Benutzertest vor dem Bildschirm Vorherige Seite: Vorgehensweise Inhalt Dorothea Kraus und Tom Alby, 24. März 1999 |