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Theodor Fontane aus der BIBLIOTHEK XLIBRIS

Abbildung 1: Screenshot von der XLIBRIS-CD: das Anfangsmenü, in dem links die globalen Funktionen, rechts die Texte sowie weitere Materialien angesteuert werden können
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Die CD-ROM gibt einen Gesamtüberblick über Fontanes Romanwerk und ausgewählte Lyrik. Irrungen Wirrungen ist also nur ein kleiner Teil des Datenbestandes.

Das aus einer Seite bestehende Booklet der für 29,90 DM erhältlichen CD verspricht eine

voll interaktive CD-ROM mit integrierter Textverarbeitung, Einführungen zu den Werken, zu Biographie und Epoche, mit Kurzinhalten und bibliographischen Angaben, Illustrationen und Tobeispielen

†ber die Interaktivität einer solchen CD-ROM siehe Abschnitt 2.1. Weiterhin verspricht das Backcover der CD:

Die leicht zu bedienenden, vielseitigen Funktionen dieser CD-ROM bieten bisher nicht dagewesende Möglichkeiten der Annäherung an sein [Fontanes] Leben und Werk; das reiche Bild- und Tonmaterial, wie etwa die Lesung eines Romankapitels aus Effi Briest und ausgewählter Lyrik, macht die Beschäftigung mit Fontane zu einem neuartigen Erlebnis.

Abbildung 2: Screenshot von der XLIBRIS-CD: Die Bibliothek; das unbeschriftete Bild Fontanes links unten ist die Schaltfläche, die zu dem Anfangsmenü zurückführt
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\centerline{\epsfbox{fontane.epsf}}\end{figure}

Die XLIBRIS-Anwendung kann, wie auf der Rückseite des Booklets beschrieben, unter Windows 95 (und auch 98) gleich von der CD gestartet werden und benötigt keine Installation auf der Festplatte. Nach dem Start wird der Benutzer von einer kurzen Animation und dann dem in Abbildung 1 dargestellten Hauptmenü sowie klassischer Musik empfangen. Die Texte befinden sich unter dem Menüpunkt Bibliothek rechts oben, links findet der Benutzer globale Funktionen (Textverarbeitung, Ton, Hilfe und Beenden). Die Unterschiedlichkeit der Menüpunkte wird durch deren Positionierung auf dem Bildschirm und die unterschiedliche Schriftgröße auf den Schaltflächen deutlich, wodurch dem Benutzer die Orientierung erleichtert wird.

In der Bibliothek (siehe Abbildung 2) fällt zunächst auf, daß der Weg zurück in das Anfangsmenü lediglich durch ein Bild von Fontane links unten repräsentiert wird, was die Benutzerführung insofern erschwert, als dieses Icon nicht einmal beschriftet ist.18 Ansonsten wird durch die räumliche Trennung der Auswahlmöglichkeiten der Inhalt strukturiert: die Schaltflächen, die zu den Texten führen, sind links zu finden, die Biographie Fontanes, Informationen über seine Epoche und die Galerie rechts oben, und die Lesung sowie die Bibliographie rechts unten. Auch hier sind die Schaltflächen der Inhaltsstruktur der CD entsprechend unterschiedlich gestaltet. Zwar wurde die im Multimedia-Design gängige Sieben-plus-minus-zwei-Regel Millers nicht beachtet (Miller 1956), aber die Aufteilung ist logisch und für den Benutzer nachvollziehbar. Allerdings wäre es von Vorteil, wenn die globalen Funktionen des Anfangmenüs dem Benutzer in allen Ebenen zur Verfügung ständen; die Aufteilung der Funktionen in dem Anfangs- und dem Hauptmenü der Bibliothek machen unserer Ansicht nach wenig Sinn.

Abbildung 3: XLIBRIS: Einfacher oder doppelter Klick?
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\centerline{\epsfbox{xlibris_text_menu.epsf}}\end{figure}

Klickt der Benutzer auf eine Schaltfläche in der Bibliothek, so findet er alle weiteren Ebenen in einem ähnlichen Design vor; die einzige Ausnahme bildet die Galerie (siehe Abbildungen 3, 4 und 5). Zwischen dem Hauptmenü (der Bibliothek) und dem in Abbildung 3 dargestellten Inhaltsverzeichnis befindet sich bei den Texten noch eine Zwischenebene, in welcher zwischen dem eigentlichen Text, einer Einführung und einer Inhaltsangabe gewählt werden kann. Das Design der restlichen Ebenen ist bis auf die Funktionen und Beschriftungen einzelner Schaltflächen gleich, was dem Benutzer hilft, sich an die Bedienung der CD zu gewöhnen. Allerdings sind hier Probleme im wahrsten Sinne des Wortes schon vorprogrammiert: bei dem in Abbildung 3 dargestellten Inhaltsverzeichnis von Irrungen, Wirrungen wird die Navigation im Text bei den Kapitelüberschriften und Seitenzahlen nicht mit einem einfachen Mausklick unterstützt; es wird ein Doppelklick verlangt. Der Benutzer kann stattdessen aber auch auf die Schaltfläche mit dem nach oben zeigenden Pfeil klicken: mit einem einfachen Klick öffnet sich ein Fenster, in das eine Seitenzahl eingegeben werden kann. Die Benutzer, die sich hinter dieser Schaltfläche einen Link zu der nächsthöheren Ebene erhoffen, werden dagegen enttäuscht.19 Mit einem Klick auf die nicht unbedingt offensichliche Schaltfläche ,,Theodor Fontane, Irrungen Wirrungen`` öffnet sich ein Pull-Down-Menü, in welchem man ein anderes Werk mit einem Doppelklick öffnen kann. Die übrigen Schaltflächen reagieren auf einen einfachen Klick. Für den Benutzer ist also nicht klar zu erkennen, wann er einen einfachen Klick, wann einen Doppelklick tätigen muß. Nicht eindeutig ist außerdem die Bedeutung der Schaltfläche ganz rechts unten: sie führt zu dem jeweils vorhergehenden Menü, wobei das Icon eher auf ein Lesezeichen schließen läßt.

Die Beschriftung der Schaltfläche Markieren ist unserer Ansicht nach auch nicht unbedingt eindeutig, schließlich wird mit diesem Button nicht nur markiert. Vielmehr versteckt sich hinter dieser Schaltfläche auch die Notizfunktion, die sehr nützliche Eigenschaften beinhaltet. Die vom Benutzer gemachten Notizen werden nicht nur gesammelt, sondern auch gleich in die integrierte (und etwas an das MICROSOFT WORDPADÊerinnernde) Textverarbeitung mitsamt den markierten Textstellen exportiert. Sicherlich eine sehr hilfreiche Funktion, wenn der Benutzer sie erst einmal gefunden hat.

Abbildung 4: Screenshot von der XLIBRIS-CD: Arbeit am Text
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\centerline{\epsfbox{xlibris_text.epsf}}\end{figure}

In der Galerie sind die Schaltflächen, die dem Benutzer die Möglichkeit bieten, von einem Saal in den nächsten oder in das Hauptmenü zu gelangen, eher versteckt.20 Links und rechts oben, in dem Grau des Hintergrunds gehalten, befinden sich halbe Icons, deren Bedeutung schwer zu verstehen ist, sofern der Benutzer sie aufgrund der Farbgestaltung überhaupt findet. Durch das Bemühen der Hilfe, die übrigens ausschließlich auf die Goethe-CD aus dem gleichen Hause aufbaut, wird die Navigation in der Galerie dagegen gut erläutert. Dennoch sei hier wieder auf Normans Klassiker The Design of Everyday Things und Lauters Buch Software-Ergonomie in der Praxis verwiesen, in welchen gefordert wird, daß der Benutzer schon allein durch das Design verstehen sollte, welche Möglichkeiten sich ihm wann und wo bieten. Eine gute Hilfefunktion ist kein Ersatz für ein fragwürdiges Screendesign.

Die Texte der CD werden auf einem weißen Hintergrund dargestellt. Es gibt ein Argument gegen Weiß als Hintergrundfläche, welches Horst Dietrich auf den Punkt bringt:

Die Bildröhre eines Computermonitors ist eine aktive Lichtquelle - weiße, große Flächen erzeugen einen intensiven Lichtreiz auf der Netzhaut, so daß der Sehfarbstoff ausbleicht und das Auge schneller ermüdet (...) Text auf weißem Papier zu lesen, nimmt die Augen weniger in Anspruch, da es Licht zwar reflektiert, aber nicht selbst leuchtet. (26)

Für die längere Arbeit am Bildschirm ist die XLIBRIS-CD also nicht unbedingt zu empfehlen. Das ist sehr schade, denn die XLIBRIS-CD bietet für relativ wenig Geld sehr viel Material.

Abbildung 5: Screenshot von der XLIBRIS-CD: Die Schaltflächen links und rechts oben, die den Benutzer aus der Galerie führen, sind schwer zu finden.
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\centerline{\epsfbox{xlibris_galerie.epsf}}\end{figure}


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Dorothea Kraus und Tom Alby, 24. März 1999